Café · München · ⭐ 9.5/10 · 2740 Bewertungen · aktualisiert: 2026-08-10 15:31:58
Adresse: Pestalozzistraße 20, 80469 München, Deutschland
Zwei Münchner fahren nach New York, sehen dort eine Sorte Lokal, die es zu Hause nicht gibt, und bauen sie nach ihrer Rückkehr im Glockenbachviertel nach. So entstand 2021 der Botanista Café Club — ein Haus, das mit Schaukeln statt Stühlen, Backstein statt Putz und einer Küche arbeitet, die auf raffinierten Zucker verzichtet. Der Zusatz «Club» im Namen ist dabei kein Marketing: Hier gibt es Yoga am Morgen, DJs beim Wochenendbrunch und einen Laden im selben Raum.
Höhepunkte
- Gegründet 2021 von Susanne Wiegand und Maximilian Ebner, die das Konzept während ihrer Zeit in New York entwickelt haben.
- «Urban Jungle meets Vintage»: roter Sichtbackstein, sehr viel Grün, Makramee-Ampeln — und Schaukeln in Körperlänge, in denen man tatsächlich isst.
- Konsequentes Clean Eating: die gesamte Karte kommt ohne raffinierten Zucker aus, auch die Desserts.
- Alle Gerichte starten vegan oder vegetarisch; tierische Zutaten sind Toppings, die man dazubestellt — nicht umgekehrt.
- Eigene Backwerkstatt für Teige: ein Flatbread aus Dinkel-Roggen-Teig und eine Pizza auf Blumenkohlboden statt Standardpizzaboden.
- Der «Club»-Teil ist real: Yoga-Morgen mit Frühstück, Entspannungseinheiten, Brunch mit Live-DJ, dazu ein Shop mit Keramik und Hauswein.
Was in der Tasse ist
Kaffee ist hier nicht der Kern, und das Haus behauptet es auch nicht. Es gibt keine benannte Partnerrösterei, keine Herkunftsangaben und keinen Filterkaffee als eigene Disziplin. Was es gibt, ist solider Kaffee, wahlweise mit Hafer-, Mandel- oder Kuhmilch — die Pflanzenmilch ist hier keine Zusatzoption, sondern die naheliegende Voreinstellung.
Der eigentlich interessante Teil der Getränkekarte steht daneben, und er ist ungewöhnlich gut gemacht. Die Limonaden werden im Haus angesetzt — Ingwer-Limette und Himbeer-Minze sind die wiederkehrenden Sorten — und sind bewusst nicht auf Süße gebaut, was in dieser Kategorie die Ausnahme ist. Dazu kommen Ingwer-Orangen-Shots, Detox-Wasser als New-Yorker Erbe des Konzepts und eine kleine Weinlinie: Der Hauswein stammt von einem Familienweingut aus der Pfalz, das nachhaltig und vegan arbeitet.
Praktisch heißt das: Wer hier hingeht, um Espresso zu verkosten, sucht am falschen Ort. Wer dagegen ein alkoholfreies Getränk sucht, das nicht Cola, nicht Fruchtsaft und nicht zuckriger Sirup ist, findet in diesem Haus mehr echte Auswahl als in fast jedem klassischen Café der Stadt — und das ist die Lücke, die Botanista tatsächlich füllt.
Wer dahintersteht
Susanne Wiegand und Maximilian Ebner haben das Lokal 2021 eröffnet. Die Idee entstand während ihrer Zeit in New York, und man sieht dem Ergebnis an, was sie von dort mitgenommen haben: nicht die Deko, sondern die Betriebsform. In New York ist ein Café, das zugleich Küche, Kursraum, Shop und Abendlokal ist, ein etabliertes Format; in München war das 2021 noch die Ausnahme.
Ihre inhaltliche Festlegung ist präziser, als «gesund» klingen lässt. Der Verzicht auf raffinierten Zucker ist keine Randnotiz, sondern eine Produktionsentscheidung, die sich durch die gesamte Karte zieht — bis in die Desserts, die andernorts stillschweigend ausgenommen werden. Die Zutaten sollen regional und saisonal sein, und die Lieferanten werden nach Nachhaltigkeits- und Fairness-Kriterien ausgewählt. Susanne Wiegand beschreibt das Lokal selbst als mehr als einen Ort — als ein Gefühl.
Die zweite Grundsatzentscheidung ist strukturell und lohnt die Aufmerksamkeit: Jedes Gericht ist von Haus aus vegan oder vegetarisch aufgebaut, und tierische Bestandteile — Putenbrust, geräucherter Isar-Lachs, bayerisches Rind — kommen als Topping obendrauf. Das dreht die übliche Logik um, in der vegane Gerichte eine Ausnahmezeile am Ende der Karte sind. Für gemischte Tische hat das eine sehr praktische Folge: Es gibt keinen Tisch, an dem jemand zwischen «richtigem Essen» und «Sonderwunsch» wählen muss.
Wofür es sich eignet
Ein Tisch, an dem jemand Einschränkungen hat. Das ist die stärkste und ehrlichste Antwort. Vegan, vegetarisch, glutenfrei, ohne raffinierten Zucker — all das ist hier nicht Sonderwunsch, sondern Grundeinstellung. Wenn in Ihrer Runde jemand sitzt, für den die Kartensuche sonst zehn Minuten dauert, ist dieses Haus die Lösung des Abends.
Wochenendbrunch als Programmpunkt. Der Brunch ist hier kein stilles Frühstück, sondern eine Veranstaltung mit Live-DJ. Wer das sucht, kommt genau richtig — und sollte reservieren, weil diese Termine erfahrungsgemäß voll sind.
Frühstück nach dem Sport. Das Haus veranstaltet Yoga-Morgen mit anschließendem Frühstück, und dazu passt die Küche naturgemäß gut. Als Anschluss an eine Isarrunde oder eine Trainingseinheit funktioniert die Adresse ohne Bruch.
Ein Date oder ein Wiedersehen zu zweit. Der Raum arbeitet für Sie: Grün, warmes Licht, Backstein und Schaukeln machen es leichter, ins Gespräch zu kommen, als ein weißer Raum mit geraden Stühlen. Im Sommer verschiebt sich das nach draußen.
Laptop-Arbeit: eher nicht. Das muss klar gesagt werden, weil das Wort «Café» in die Irre führt. Dies ist ein Sozialformat: Schaukeln statt Bürostühle, Musik statt Hintergrundrauschen, Kurse und Brunch-Veranstaltungen im selben Raum, abends Barbetrieb. Eine Arbeitsinfrastruktur wird hier weder beworben noch nahegelegt. Für eine ruhige Stunde am Werktagnachmittag mag es gehen; als verlässlicher Arbeitsplatz ist das Haus nicht gebaut.
Draußen sitzen. Im Sommer ausdrücklich ja — es gibt einen sorgfältig gestalteten Schanigarten, und in dieser Jahreszeit ist er die erste Wahl.
Der Raum
Das Lokal ist aus mehreren ehemaligen Ladenflächen zusammengelegt, und das merkt man positiv: Es ist hell und großzügig statt eng und verwinkelt. Die Gestaltungslinie heißt «Urban Jungle meets Vintage» — roter Sichtbackstein an den Wänden, sehr viel Grün in Makramee-Ampeln und Pflanzkissen, Glühbirnen an Kabeln von der Decke, dazu Boho-Elemente, die den industriellen Kern abmildern.
Das auffälligste Möbelstück sind die Schaukeln in Körperlänge, in denen man tatsächlich sitzt und isst. Das ist der Punkt, an dem sich die Geister scheiden: Wer ein konventionelles Sitzmöbel erwartet, ist irritiert; wer einmal darin sitzt, bleibt meist länger als geplant. Ergänzt wird das durch normale Tische und eine Bar-Sitzreihe im Innenraum, sodass man nicht zwingend schaukeln muss.
Im Sommer öffnet sich der Betrieb in einen gestalteten Schanigarten, und im Winter zieht das Haus die Sommerstimmung nach innen — mit Hängekörben und Schaukeln als Dekorationsprinzip. Der Service ist international und englischsprachig, was die Atmosphäre spürbar prägt: Dies ist ein Ort, an dem ein Gespräch am Nachbartisch ebenso gut auf Englisch stattfinden kann.
Mehr als Kaffee
Essen: ja, und zwar als Hauptsache — das ist eher ein Tageslokal mit Küche als ein Café mit Kuchentheke.
Die Bowls sind das Rückgrat: eine Acai-Bowl, eine Green-Spirulina-Bowl auf der Frühstücksseite und eine Rainbow-Bowl als Gemüse-Bowl für den Mittag. Auf der herzhaften Seite steht das Flatbread «Bronx» aus einem hausgemachten Dinkel-Roggen-Teig, der bewusst leichter kalkuliert ist als ein Standardpizzaboden, dazu eine Pizza auf Blumenkohlboden, frische Pasta und Salate. Der «Pink Surfer» — rosa Hummus auf Bio-Vollkornbrot — ist die bekannteste Frühstücksposition des Hauses.
Am interessantesten sind die Desserts, weil hier der Anspruch am schwersten einzulösen ist. Sie kommen ohne raffinierten Zucker aus, und das Sortiment wechselt täglich: Lava Cake mit flüssigem Schokoladenkern, Bananenbrot, Raw Cakes, Apple Crumble, Karottenkuchen. Wer glaubt, zuckerfrei heiße automatisch fad, sollte genau hier die Gegenprobe machen.
Dazu kommt der Shop im selben Raum: Keramik und Wohnaccessoires, der Hauswein aus der Pfalz und Hausbeutel. Das ist der Teil, der das Wort «Club» im Namen mitträgt — man geht hier nicht nur essen, man kann auch mit etwas herausgehen.
Wann kommen
Der Werktagnachmittag ist das ruhigste Fenster. Dann ist der Raum hell, halb leer und in seiner entspanntesten Form — die beste Zeit, wenn Sie den Ort in Ruhe erleben oder ein längeres Gespräch führen wollen.
Der Wochenendbrunch ist der lauteste und lebendigste Teil der Woche, mit Live-DJ und voller Auslastung. Wer das Erlebnis sucht, sollte reservieren; wer Ruhe sucht, sollte genau diesen Slot meiden. Ebenfalls fest im Kalender stehen Yoga-Morgen mit anschließendem Frühstück — dafür ist eine Voranmeldung sinnvoll, weil die Plätze begrenzt sind.
Am Abend läuft das Haus deutlich länger als ein klassisches Café und rückt Richtung Bar. Und noch ein saisonaler Hinweis: Im Sommer entscheidet der Schanigarten über den Besuch — an einem warmen Abend ist draußen die klar bessere Wahl. Die aktuellen Zeiten stehen im Zeitplan-Block auf dieser Seite.
Anfahrt
Sie sind im Glockenbachviertel, dem Ausgehviertel der Isarvorstadt zwischen Gärtnerplatz und Schlachthofviertel. Die U-Bahn-Halte Fraunhoferstraße und Müllerstraße erschließen die Gegend von zwei Seiten, und vom Gärtnerplatz aus sind es wenige Minuten zu Fuß. Die Isar liegt in Laufweite, was die Adresse als Anschluss an einen Spaziergang am Fluss brauchbar macht. Wer aus der Altstadt kommt, ist über das Sendlinger Tor schnell im Viertel.
Gut zu wissen
Drei Punkte für einen reibungslosen Besuch. Erstens, und das ist die häufigste Überraschung: Hier wird ausschließlich mit Karte bezahlt, Bargeld wird nicht angenommen — das ist genau das Gegenteil einiger anderer Adressen in dieser Liste, und es lohnt, das vorher zu wissen. Zweitens: Für den Wochenendbrunch mit DJ und für die Yoga-Termine sollten Sie reservieren; beides ist regelmäßig ausgebucht. Drittens: Fragen Sie nach dem Dessert des Tages — das Angebot wechselt, und die zuckerfreie Backlinie ist der Teil der Karte, an dem sich das Konzept am ehesten beweist.
Zur Einordnung noch dies: München hat inzwischen viele Lokale, die «gesund» auf die Fassade schreiben, aber vergleichsweise wenige, die es bis in die Nachtischkarte durchhalten. Botanista ist einer der Betriebe, bei denen der Anspruch nicht an der süßen Stelle endet — und in Verbindung mit dem Kursprogramm und dem Shop ergibt das eine Betriebsform, die in dieser Stadt noch immer selten ist.
Fragen und Antworten
Kann ich hier bar bezahlen?
Nein. Das Haus nimmt ausschließlich Karte — Bargeld wird nicht akzeptiert. Das ist die häufigste Überraschung für neue Gäste.
Ist das ein rein veganes Lokal?
Nein, aber der Aufbau ist umgekehrt zum Üblichen: Jedes Gericht startet vegan oder vegetarisch, tierische Zutaten wie Putenbrust, geräucherter Isar-Lachs oder bayerisches Rind kommen als Topping dazu.
Was heißt hier «zuckerfrei»?
Die Karte kommt ohne raffinierten Zucker aus — und zwar auch bei den Desserts, vom Lava Cake über Bananenbrot bis zu Raw Cakes und Karottenkuchen.
Kann man in den Schaukeln wirklich essen?
Ja, sie sind in Körperlänge gebaut und als Sitzplätze gedacht. Wer lieber konventionell sitzt, findet normale Tische und eine Bar-Sitzreihe.
Eignet sich das Lokal zum Arbeiten mit dem Laptop?
Eher nicht. Es ist ein soziales Format mit Kursen, Brunch-Veranstaltungen, Musik und Abendbetrieb; als verlässlicher Arbeitsplatz ist es nicht gedacht.
Muss man reservieren?
Für den Wochenendbrunch mit Live-DJ und für die Yoga-Termine ja — beides ist häufig ausgebucht. Für einen normalen Werktagbesuch in der Regel nicht.
Gibt es Sitzplätze im Freien?
Ja, im Sommer einen gestalteten Schanigarten. Im Winter holt das Haus die Sommerstimmung mit Hängekörben und Schaukeln nach innen.
Wer hat das Lokal gegründet?
Susanne Wiegand und Maximilian Ebner, eröffnet 2021. Das Konzept entstand während ihrer Zeit in New York.
Bekommt man hier Specialty Coffee?
Nein. Der Kaffee ist solide und mit Hafer-, Mandel- oder Kuhmilch erhältlich, aber es gibt keine benannte Rösterei und keine Herkunftsauswahl. Die spannendere Getränkeseite sind die hausgemachten Limonaden und Shots.
Öffnungszeiten
| Tag | Zeiten |
|---|---|
| Montag | 09:00–22:00 |
| Dienstag | 09:00–22:00 |
| Mittwoch | 09:00–22:00 |
| Donnerstag | 09:00–22:00 |
| Freitag | 09:00–00:00 |
| Samstag | 09:00–00:00 |
| Sonntag | 09:00–22:00 |
Fotos





Gästebewertungen
Bewertungen zuletzt aktualisiert: 2026-08-10 15:31:58
Die Daten werden monatlich aktualisiert. Quellen: munichka.eu sowie redaktionelle Auswahl anhand von Bewertungen.
Їжа та напої були смачними та гарно поданими. Обслуговування було привітним та уважним. Ми почувалися дуже комфортно і хотіли б повернутися. Щиро дякуємо! ❤️
Я в абсолютному захваті від Botanista Café Club! ☕✨
Атмосфера хіпстерська, модна та приємна – ви одразу відчуваєте себе бажаним гостем та добре обслуженим. Їжа не тільки гарно подана, але й неймовірно смачна, свіжа т…
Ми пішли туди на бранч і отримали неймовірно теплий та привітний прийом. Це невеликий, з любов'ю керований ресторан з величезним вибором вегетаріанських та веганських страв – все, що ми куштували, було смачним та свіжим.…
Милий майданчик для відпочинку на свіжому повітрі з чарівною атмосферою. Ми відвідали його на вихідних і трохи зачекали на відвідувача, але воно того варте.
Меню пропонує широкий вибір страв, що дозволяє легко знайти що…
Жахливе еспресо. Айс лате з сі бі ді це плюс. Їжу не оцінюю