Café · München · ⭐ 9.3/10 · 2770 Bewertungen · $$ · aktualisiert: 2026-06-30 21:47:42
Adresse: Rosenheimer Str. 2, 81669 München-Au-Haidhausen, Deutschland
Es gibt Lokale, die eine Uhrzeit bedienen, und es gibt Lokale, die einen ganzen Tag tragen. Rosi gehört zur zweiten Sorte. In einem Altbau in der Au, wenige Schritte hinter der Ludwigsbrücke und schräg gegenüber dem Müllerschen Volksbad, liegt ein Raum von rund 180 Quadratmetern, der am Morgen ein Frühstückslokal ist, mittags eine Küche, nachmittags ein Kaffeehaus und nachts eine Bar — und der diesen Rollenwechsel seit Ende 2016 ohne Bruch hinbekommt.
Höhepunkte
- Ein Haus für den ganzen Tag: Frühstück am Morgen, warme Küche über den Tag, Cocktails bis tief in die Nacht.
- Rund 180 Quadratmeter in einem Au-Altbau mit großen Schaufenstern — loftartig offen statt in Nischen zerlegt.
- Geführt von Christian und Natascha Arz, mit einem erklärten Leitsatz: ein Ort, der nicht perfekt ist, sondern sich nach Zuhause anfühlt.
- Frühstück den ganzen Tag, thematisch sortiert — von «Boarisch» mit Weißwurst und Obatzda bis mediterran mit Burrata.
- Küche mit bayerischem Kern und offener Flanke: hausgemachte Käsespätzle und Schnitzel neben Ravioli, Pizza und veganen Tellern.
- Sitzlandschaft mit System: Zweiertische, große gemeinsame Tafeln und Ecken mit übergroßen Kissen.
Was in der Tasse ist
Rosi nennt sich selbst ein Kaffeehaus und eine Bar — in dieser Reihenfolge. Das ist eine ehrliche Selbstbeschreibung, aber sie meint das Kaffeehaus im Wiener und nicht im skandinavischen Sinn: Es geht um das Sitzen, das Bleiben und das Getränk als Eintrittskarte in den Raum, nicht um ein Verkostungsprogramm.
Entsprechend sollte man die Erwartung setzen. Es gibt keine benannte Partnerrösterei, keinen Handaufguss als eigene Disziplin und keine wechselnden Herkünfte, die an der Theke erklärt werden. Was es gibt, ist die klassische Milchkaffee-Palette in verlässlicher Ausführung — das Getränk, mit dem man zwei Stunden an einem Tisch verbringt, und das dafür genau richtig ist.
Dafür hat dieses Haus etwas, das den Specialty-Adressen der Stadt fehlt: eine Getränkekarte, die den Tag mitgeht. Am Morgen Kaffee, mittags etwas zum Essen, am Nachmittag Kuchen, und am Abend eine echte Bar mit Cocktails. Wer sich in einem Café verabredet und nicht weiß, ob daraus ein Kaffee oder ein langer Abend wird, hat hier den seltenen Fall, dass die Entscheidung nicht vorab getroffen werden muss.
Wer dahintersteht
Hinter Rosi stehen Christian und Natascha Arz. Ihr Leitsatz ist ungewöhnlich für die Gastronomie, weil er kein Versprechen von Perfektion abgibt, sondern es ausdrücklich zurücknimmt: Sie wollten einen Ort schaffen, der nicht perfekt ist, aber einem das Gefühl gibt, zu Hause zu sein. Dazu kommt ein Goethe-Zitat als Hausmotto — sinngemäß: Fang mit dem an, was du tun kannst oder zu können träumst.
Das klingt nach Wandtattoo, hat aber praktische Folgen, die man im Raum sieht. Ein Lokal, das sich «zu Hause» als Ziel setzt, baut keine durchgestylte Einheitsbestuhlung, sondern verschiedene Sitzsituationen nebeneinander; es stellt große gemeinsame Tafeln neben Zweiertische; es lässt eine offene Küche zu, weil Küchengeräusche zu einem Zuhause gehören. Und es formuliert eine Karte, die von Weißwurst über Burrata bis zu veganen Tellern reicht, statt sich auf eine Handschrift zu verengen.
Auch der Name folgt dieser Logik: Er ist von der Straße abgeleitet, an der das Haus steht — kein erfundenes Konzeptwort, sondern das, was Nachbarn ohnehin gesagt hätten. Vor Rosi war in diesen Räumen ein Skateshop; der Schritt vom Laden zum Wohnzimmer des Viertels ist der eigentliche Umbau, den dieses Haus vollzogen hat.
Wofür es sich eignet
Laptop-Arbeit: von den Häusern dieser Liste die plausibelste Adresse — mit Einschränkung. Die baulichen Voraussetzungen sprechen dafür: ein sehr großer, offener Raum, lange Tage von früh bis spät, große gemeinsame Tafeln, an denen ein Rechner nicht auffällt, und ein Betrieb, der nicht vom Zwanzig-Minuten-Durchsatz lebt. Zwei Dinge sollte man aber wissen. Erstens wird eine Steckdosen-Infrastruktur nirgends zugesichert — kommen Sie geladen und planen Sie in Stunden, nicht in Tagen. Zweitens dreht der Raum am Abend ins Barformat; ab der Cocktail-Zeit ist konzentriertes Arbeiten hier vorbei.
Ein Frühstück, das erst mittags stattfindet. Die Frühstückskarte läuft durchgehend, und das ist genau die Eigenschaft, die man am Wochenende sucht. Wer spät aufsteht, muss nicht auf Mittagsgerichte ausweichen.
Ein Treffen mit unklarem Ende. Die stärkste Karte des Hauses. Kaffee am Nachmittag, der ins Abendessen läuft und danach in einen Cocktail — ohne Ortswechsel und ohne dass man um sechs Uhr höflich hinauskomplimentiert würde.
Familien und gemischte Gruppen. Der Raum ist groß und laut genug, dass Kinder nicht auffallen, und die Karte deckt bayerisch, italienisch, vegan und Frühstück gleichzeitig ab. Für Runden, in denen sich sonst niemand einigen kann, ist das die pragmatische Lösung.
Allein essen am Abend. Gut. Eine Bar mit Kaffeehausvergangenheit macht das Alleinsitzen leicht, und die Tafeln nehmen einzelne Gäste selbstverständlich auf.
Ein sehr ruhiges Gespräch. Eingeschränkt. Ein offener Raum dieser Größe mit offener Küche ist zu Stoßzeiten ein akustisch lebendiger Ort. Wer Stille braucht, kommt am frühen Nachmittag.
Der Raum
Ein Altbau in der Au mit großen Schaufenstern, dahinter rund 180 Quadratmeter, die bewusst nicht unterteilt wurden. Der Eindruck ist loftartig: viel Tageslicht durch die Fensterfront, eine offene Küche als sichtbarer Mittelpunkt und eine Theke mit Kuchenauslage, die den Raum gliedert, ohne ihn zu zerschneiden.
Die Beleuchtung ist das gestalterische Signal des Hauses — Glühbirnen an farbigen Kabeln, von der Decke gehängt, warm statt hell. Die Bestuhlung ist absichtlich uneinheitlich: Zweiertische für Paare, große gemeinsame Tafeln für Gruppen und Alleinsitzende, dazu Ecken mit übergroßen Kissen, in denen man eher lümmelt als sitzt. Diese Mischung ist der Grund, warum dasselbe Lokal für ein Frühstück zu zweit und für eine Runde zu acht funktioniert.
Das Publikum bildet das ab: Familien mit Kindern, junge Paare, Studentengruppen — eine Viertelmischung und kein Zielgruppenlokal. Die ehrliche Schwäche ist die Akustik. Ein großer, offener Raum mit harter Fensterfront und offener Küche wird voll auch laut, und die Stimmung kippt an guten Abenden schnell von gemütlich zu betriebsam. Wer das nicht will, kommt in den ruhigen Nachmittagsstunden.
Mehr als Kaffee
Essen: ja, und zwar in einem Umfang, der über das Café-Format klar hinausgeht — das hier ist eine echte Küche mit Tagesbetrieb.
Das Frühstück ist thematisch sortiert, was die Karte gut lesbar macht: eine bayerische Linie mit Weißwurst und Obatzda, eine mediterrane mit Burrata, Mozzarella und Prosciutto, und eine gesunde Linie rund um Bircher Müsli. Weil die Karte durchgehend läuft, ist die Auswahl nicht an eine Tageszeit gebunden.
Die warme Küche hat einen bayerischen Kern und eine offene Flanke. Hausgemachte Käsespätzle und eine Schnitzel-Auswahl stehen für den regionalen Teil, frische Ravioli mit einer Ziegenkäse-Honig-Füllung und Pizza für den italienischen, und ausgewiesen vegane Teller sorgen dafür, dass niemand am Tisch auf Beilagen ausweichen muss. Dazu kommen hausgemachte Kuchen für den Nachmittag.
Abends kommt die Bar dazu, und sie ist kein Anhängsel: Cocktails werden hier bis in die Nacht ausgeschenkt, an den Wochenendtagen deutlich länger als unter der Woche. Genau diese Kombination — Küche und Bar im selben Raum, ohne Formatwechsel — ist der Grund, warum das Haus im Viertel funktioniert.
Wann kommen
Der frühe Nachmittag ist das ruhigste und angenehmste Fenster. Der Frühstücksandrang ist vorbei, der Abendbetrieb noch nicht da, der große Raum ist hell und halb leer — die beste Zeit für ein langes Gespräch, für Kuchen oder für ein paar Stunden Arbeit.
Der Wochenendvormittag ist der volle Gegenpol. Dann trifft sich das Viertel zum Frühstück, und weil die Karte durchgehend läuft, zieht sich dieser Andrang weit in den Nachmittag. Abends wird das Haus zur Bar, mit deutlich längeren Nächten am Wochenende.
Ein Hinweis zur Nachbarschaft, den viele Stadtführer noch falsch haben: Der Gasteig, das große Kulturzentrum gleich oberhalb, wird seit Jahren umgebaut und ist als Veranstaltungsort geschlossen — der Konzert- und Kursbetrieb ist in einen Interimsstandort im Süden der Stadt umgezogen. Das Publikum vor und nach den Vorstellungen, das diese Ecke früher geprägt hat, fehlt derzeit; die Gegend lebt stattdessen vom Deutschen Museum, vom Volksbad, von der Isar und von den Anwohnern. Für Rosi heißt das schlicht: keine Konzertpausen-Welle, dafür ein gleichmäßigerer Abend. Die aktuellen Zeiten stehen im Zeitplan-Block auf dieser Seite.
Anfahrt
Sie sind in der Au, direkt am Isarufer und wenige Schritte hinter der Ludwigsbrücke. Der beste Orientierungspunkt ist das Müllersche Volksbad schräg gegenüber — ein Jugendstilbau, den man nicht übersieht; das Deutsche Museum liegt auf der Insel direkt daneben. Mit den öffentlichen Verkehrsmitteln erreichen Sie die Gegend über die S-Bahn-Station Rosenheimer Platz oder über Max-Weber-Platz; von der Altstadt und vom Isartor kommt man auch bequem zu Fuß über die Brücke. Wer an der Isar entlangläuft, kommt ohnehin vorbei.
Gut zu wissen
Drei Dinge, die den Besuch verbessern. Erstens: Das Haus wechselt im Lauf des Tages den Charakter — planen Sie danach. Für Ruhe und Arbeit ist der frühe Nachmittag richtig, für Stimmung der Abend, für Frühstück ohne Wartezeit der Werktagsvormittag. Zweitens: Kommen Sie mit geladenem Gerät, wenn Sie arbeiten wollen; die Größe und die langen Tage sprechen für dieses Haus, eine zugesicherte Steckdose an jedem Platz gibt es aber nicht. Drittens: Wenn Sie zu mehreren kommen, fragen Sie nach einer der großen Tafeln — dafür sind sie da, und sie sind an vollen Tagen das erste, was vergeben ist.
Zur Einordnung: München hat viele gute Frühstückslokale und viele gute Bars, aber auffällig wenige Häuser, die beides im selben Raum sind, ohne dass eines davon Kulisse bleibt. Genau in dieser Lücke steht Rosi — und deshalb ist es für einen Tag in der Au eine der wenigen Adressen, die man nicht wieder verlassen muss.
Fragen und Antworten
Ist das ein Café oder eine Bar?
Beides, nacheinander. Am Morgen und über den Tag ist es ein Kaffeehaus mit Frühstück und warmer Küche, am Abend eine Bar mit Cocktails — im selben Raum, ohne Ortswechsel.
Kann ich hier mit dem Laptop arbeiten?
Von den Häusern dieser Liste am ehesten: sehr großer Raum, lange Öffnung, große gemeinsame Tafeln. Aber kommen Sie geladen — Steckdosen sind nicht zugesichert — und rechnen Sie damit, dass der Raum am Abend ins Barformat dreht.
Gibt es Frühstück auch am Nachmittag?
Ja. Die Frühstückskarte läuft durchgehend, sortiert in eine bayerische, eine mediterrane und eine gesunde Linie.
Gibt es vegane Gerichte?
Ja, vegane Teller sind ein eigener Teil der Karte und nicht nur eine Beilagenlösung.
Ist das Lokal für Kinder und größere Gruppen geeignet?
Ja. Der Raum ist groß und lebhaft, es gibt große gemeinsame Tafeln, und die Karte deckt sehr unterschiedliche Vorlieben gleichzeitig ab.
Wie laut ist es?
Zu Stoßzeiten lebhaft. Ein offener Raum dieser Größe mit offener Küche wird voll auch laut; für ruhige Gespräche ist der frühe Nachmittag die bessere Wahl.
Wer führt das Haus und seit wann?
Christian und Natascha Arz; das Lokal besteht seit Ende 2016 in einem Au-Altbau, in dem zuvor ein Skateshop war.
Lohnt sich der Weg wegen des Gasteig?
Als Orientierungspunkt ja, als Programm derzeit nicht: Das Kulturzentrum wird umgebaut und ist als Veranstaltungsort geschlossen, der Betrieb läuft an einem Interimsstandort im Süden der Stadt. Die Gegend lebt momentan vom Deutschen Museum, vom Volksbad und von der Isar.
Öffnungszeiten
| Tag | Zeiten |
|---|---|
| Montag | 08:00–00:00 |
| Dienstag | 08:00–00:00 |
| Mittwoch | 08:00–00:00 |
| Donnerstag | 08:00–00:00 |
| Freitag | 08:00–01:00 |
| Samstag | 08:00–01:00 |
| Sonntag | 09:00–00:00 |
Fotos






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Gästebewertungen
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Ein tolles Restaurant, auf das wir auf dem Weg zum Deutschen Museum gestoßen sind… Wir haben hier mit meiner Frau gefrühstückt… Freundlicher und schneller Service… Die Atmosphäre verband rustikalen und modernen Sti…
Bewertungen zuletzt aktualisiert: 2026-06-30 21:47:42
Die Daten werden monatlich aktualisiert. Quellen: munichka.eu sowie redaktionelle Auswahl anhand von Bewertungen.
Was für ein toller Ort, um einen Cocktail zu trinken und zu entspannen oder um deftig zu essen. Wir saßen an der Bar und hatten eine tolle Zeit, unterhielten uns mit dem Barkeeper und erfuhren viel Interessantes über Mün…
Heute waren meine Tochter und ich im Café Rosi. Tolle Atmosphäre, sehr freundlicher Service von Sofia; trotz großen Andrangs war sie stets unglaublich nett.
Eine tolle Auswahl an Essen. Wir kommen wieder! 🙂
Zufällig entdeckt. Wir genossen ein tolles Frühstück nach dem Schwimmen im öffentlichen Bad. Bis 16 Uhr geöffnet! Angenehme Atmosphäre und sehr freundlicher Service, mit griechischem Flair. Wir würden gern an einem Woche…
An einem Sonntagabend ohne Reservierung hinzugehen war fast ein großer Fehler. Nach kurzem Warten an der Bar bekamen wir einen kleinen Tisch.
Das Bier war kalt und köstlich. Das Essen war heiß und ebenso köstlich. Tolle…
Ich war immer nur wegen der Getränke dort; die Plätze im Freien sind toll, ideal, um in der Sonne zu sitzen und einen Aperol Spritz zu genießen. Das Personal wirkt immer etwas angespannt und recht schroff, aber nicht unb…