Café · München · ⭐ 9.1/10 · 2813 Bewertungen · aktualisiert: 2026-08-10 15:31:57
Adresse: Theatinerstraße 32, 80333 München-Altstadt-Lehel, Deutschland
Die meisten Menschen, die an Maelu vorbeigehen, halten es für einen Laden. Sie bleiben an der Vitrine stehen, betrachten die Törtchen, Macarons und Pralinen, kaufen vielleicht etwas — und ziehen weiter, ohne zu bemerken, dass über ihnen ein Café mit rund sechzig Plätzen liegt. Das ist die wichtigste Information über diese Adresse in der Altstadt, gleich gegenüber den Fünf Höfen und in Sichtweite der Theatinerkirche: Das Erdgeschoss ist die Auslage, der eigentliche Ort ist eine Etage höher.
Höhepunkte
- Familienbetrieb seit 1995, geführt von zwei Konditormeistern — Sonja Mäser-Luksch und Ralf Mäser.
- Ein Café im Obergeschoss mit Platz für rund sechzig Gäste, das von der Straße aus kaum sichtbar ist.
- Terrasse auf der Etage: Innenstadtlage mit Sitzplatz über dem Gehsteig statt mittendrin.
- Patisserie-Handwerk statt Kuchentheke: Törtchen, Macarons, Éclairs, Pralinen, Bonbons, Mousse und aufwendige Torten.
- Eis aus eigener Herstellung ergänzt die Konditorei — ein Argument, das im Sommer den Ausschlag gibt.
- Alles wird auch als Geschenk verpackt: Die Adresse funktioniert als Mitbringsel-Quelle mitten in der Altstadt.
Was in der Tasse ist
Es lohnt, die Erwartung richtig einzustellen: Maelu ist eine Konditorei mit Café, kein Specialty-Coffee-Haus. Es gibt keine benannte Partnerrösterei, keinen Filterkaffee als eigene Disziplin und keine Karte mit Herkunftsangaben. Der Kaffee ist hier in der klassischen europäischen Konditorei-Rolle: das Getränk, das zum Gebäck bestellt wird, nicht der Grund des Besuchs.
In dieser Rolle ist er allerdings wichtiger, als es klingt, und zwar aus einem handfesten Grund. Patisserie dieser Art ist präzise gesüßt und arbeitet mit feinen Aromen — Pistazie, Himbeere, Schokolade, Blaubeere —, die von einem zu dominanten Getränk zugedeckt werden. Ein kräftiger, klarer Espresso oder ein schlichter schwarzer Kaffee stellt den Gaumen zwischen zwei Bissen zurück und lässt das Törtchen für sich sprechen; ein sehr milchlastiges, gesüßtes Getränk tut das Gegenteil. Wer die Konditorei ernst nimmt, bestellt den Kaffee also eher schlicht.
Für alle, die keinen Kaffee trinken, ist das kein Problem: Heiße Schokolade gehört in einem Haus mit eigener Pralinen- und Bonbon-Produktion ohnehin zur Grundausstattung, und im Sommer verschiebt sich die Bestellung ohnehin Richtung Eis.
Wer dahintersteht
Maelu ist ein Familienhandwerksbetrieb, der seit 1995 besteht und von den beiden Konditormeistern Sonja Mäser-Luksch und Ralf Mäser geführt wird. Der Name ist die Verkürzung ihrer eigenen Nachnamen — schlichter kann man eine Marke kaum bauen, und es passt zu einem Betrieb, in dem die Handschrift wichtiger ist als das Logo.
Das Entscheidende an dieser Konstellation ist der Meistertitel im Plural. Konditorei auf diesem Niveau ist kein Verkaufskonzept, sondern ein Ausbildungsberuf mit langem Weg: Törtchen mit Spiegelglasur, Macarons mit stabiler Schale, Éclairs mit gleichmäßig gefülltem Brandteig und Pralinen mit temperierter Kuvertüre sind Prüfungsdisziplinen, in denen jeder Fehler sofort sichtbar ist. Ein Betrieb, der all das gleichzeitig anbietet, hält bewusst eine Produktionsbreite, die die meisten Cafés meiden.
Über die Jahre ist das Haus deshalb zu dem geworden, was ein Münchner Feinschmecker-Publikum eine Adresse nennt: der Ort, an den man geht, wenn das Mitbringsel etwas darstellen soll, und an dem sich Liebhaber gehobener Backkunst verabreden. Die Arbeit ist mehrfach ausgezeichnet worden — aber das Überzeugendste bleibt die Vitrine im Erdgeschoss, weil sie jeden Tag aufs Neue beweist, was der Betrieb kann.
Wofür es sich eignet
Die Pause mitten im Einkauf. Das ist die stärkste Rolle. Sie stehen auf der Einkaufsachse zwischen Odeonsplatz und Marienplatz, also in einem der dichtesten Fußgängerbereiche der Stadt — und finden eine Etage höher einen Sitzplatz, der genau diesem Trubel entkommt, ohne dass man das Viertel verlassen müsste.
Ein Treffen zu zweit, bei dem man einander verstehen will. Der Vorteil des Obergeschosses ist akustisch: Die Laufkundschaft bleibt unten an der Vitrine, oben sitzt man. Für ein Gespräch am Nachmittag ist das in dieser Lage ein seltener Fund.
Klassisches Kaffee und Kuchen am Nachmittag. Der Betrieb ist in seiner Grundform genau dafür gebaut, und im Unterschied zu vielen Innenstadt-Cafés kommt das Gebäck hier aus einer echten Konditorei statt aus dem Großhandel.
Laptop-Arbeit: nein. Das ist eine Konditorei, kein Arbeitscafé. Die Tische sind auf Teller und Tassen ausgelegt, die Verweildauer ist auf eine Pause kalkuliert, der Tag endet am frühen Abend, und eine Infrastruktur für Steckdosen-Sitzungen wird hier weder beworben noch erwartet. Wer einen Arbeitsnachmittag plant, sitzt hier falsch — und wer nur eine Stunde Pause mit einem Buch will, sitzt goldrichtig.
Geschenke und Mitbringsel. Ja, ausdrücklich. Alles lässt sich verpacken, und für einen Besuch bei Gastgebern oder ein Mitbringsel aus München ist eine Schachtel Macarons oder Pralinen aus einem Meisterbetrieb die deutlich bessere Wahl als das übliche Souvenir.
Mit Kindern. Funktioniert, besonders wegen des Eises und der Vitrine. Ein Kinderparadies ist es nicht — es bleibt ein ruhiges Konditorei-Café.
Der Raum
Das Haus ist zweigeteilt, und diese Teilung erklärt fast alles. Unten ist Verkauf: die Vitrine, die Verpackung, die Schlange bei gutem Wetter. Oben ist das Café — eine eigene Etage mit rund sechzig Plätzen, die man von der Straße aus nicht sieht und deshalb regelmäßig übersieht.
Der Charakter oben ist der einer gehobenen Konditorei und nicht der eines Trend-Cafés: Es wird gesessen, nicht gehangen, das Geschirr ist ordentlich, die Tische sind für Teller und Tassen dimensioniert. Dazu kommt eine Terrasse auf der Etage, und die ist der eigentliche Trumpf — in einer Innenstadtlage dieser Dichte über dem Gehsteig zu sitzen statt direkt daneben, ist ein spürbarer Unterschied in Lautstärke und Ruhe.
Die ehrliche Einschränkung: Wer große Tische, tiefe Sofas und lange Sitzungen sucht, findet das hier nicht. Der Raum ist auf einen klar umrissenen Anlass gebaut — eine Pause mit etwas Süßem —, und er erfüllt diesen Anlass sehr gut, während er für alles andere zu höflich eingerichtet ist.
Mehr als Kaffee
Essen: ja, aber ausschließlich süß. Eine warme Küche gibt es nicht, und das Haus versucht auch gar nicht, ein Frühstücks- oder Mittagslokal zu sein. Wer eine herzhafte Mahlzeit sucht, ist in einer der anderen Adressen dieser Liste besser aufgehoben.
Dafür ist die süße Seite ungewöhnlich breit aufgestellt. Es gibt handgemachte Törtchen in wechselnder Auswahl, Macarons als eine der Kernspezialitäten, Éclairs aus Brandteig, Pralinen und Bonbons, Mousse-Zubereitungen sowie ganze Torten — die Schokoladen-, Pistazien-, Himbeer- und Blaubeer-Varianten gehören zu den wiederkehrenden Klassikern. Brownies und einfachere Positionen fangen jene ab, die es weniger fein wollen.
Ein eigenes Kapitel ist das Eis. In einer Konditorei mit eigener Produktion ist Eis kein zugekaufter Zusatz, sondern eine logische Fortsetzung derselben Handwerkslinie — und im Sommer der Grund, warum die Vitrine unten regelmäßig Publikum anzieht, das gar nicht wegen der Törtchen gekommen ist.
Und schließlich: Ganze Torten lassen sich bestellen, und alles kann als Geschenk verpackt werden. Wer in München einen Anlass zu feiern hat, findet hier eine Alternative zur Supermarkttorte, die den Unterschied auch schmecken lässt.
Wann kommen
Der Nachmittag ist die klassische Zeit und in diesem Haus auch die beste. Dann ist das Obergeschoss in seiner eigentlichen Funktion, die Auswahl in der Vitrine ist noch breit, und die Terrasse spielt ihre Stärke aus.
Rund um die Mittagszeit und am Samstag ist die Einkaufsachse am dichtesten, und das schlägt bis in die Vitrine durch. Wer eine bestimmte Torte oder eine bestimmte Macaron-Sorte im Kopf hat, kommt besser früher am Tag — bei handgemachter Ware ist ausverkauft tatsächlich ausverkauft.
Am frühen Abend endet der Betrieb: Dies ist ein Tagescafé, kein Abendlokal, und wer nach einem späten Museums- oder Theaterbesuch noch etwas Süßes sucht, muss anders planen. Die aktuellen Zeiten stehen im Zeitplan-Block auf dieser Seite.
Anfahrt
Sie sind mitten in der Altstadt, auf der Achse zwischen Odeonsplatz und Marienplatz, direkt gegenüber den Fünf Höfen und wenige Schritte von der Theatinerkirche entfernt. Die U-Bahn hält an beiden Enden dieser Achse: Odeonsplatz im Norden, Marienplatz im Süden — von beiden sind es nur wenige Minuten zu Fuß. Der beste optische Anhaltspunkt ist die Vitrine im Erdgeschoss; wenn Sie an Törtchen und Macarons vorbeigehen, sind Sie da, und der Weg ins Café führt eine Etage nach oben.
Gut zu wissen
Drei Hinweise ersparen die häufigsten Enttäuschungen. Erstens, und das ist der wichtigste: Gehen Sie nach oben. Sehr viele Gäste kaufen unten und verpassen, dass es überhaupt ein Café gibt — mit Terrasse und rund sechzig Plätzen. Zweitens: Bei handgemachter Patisserie wechselt die Auswahl, und beliebte Sorten sind am Nachmittag manchmal weg; wer ein konkretes Ziel hat, kommt früher. Drittens: Für Torten zu einem Anlass lohnt die Vorbestellung, statt auf gut Glück in die Vitrine zu schauen.
Zur Einordnung noch dies: In einer Innenstadt, in der die Gastronomie stark von Ketten und Filialkonzepten geprägt ist, ist ein inhabergeführter Meisterbetrieb an dieser Lage inzwischen die Ausnahme. Genau das macht die Adresse für Besucher interessant — man bekommt hier nicht das, was man in jeder anderen europäischen Innenstadt auch bekäme.
Fragen und Antworten
Ist das nur ein Laden oder kann man sich hinsetzen?
Beides. Im Erdgeschoss ist der Verkauf mit der Vitrine, im Obergeschoss liegt das Café mit rund sechzig Plätzen und einer Terrasse. Von der Straße aus sieht man das nicht.
Wer führt das Haus?
Die Konditormeister Sonja Mäser-Luksch und Ralf Mäser. Der Familienbetrieb besteht seit 1995, der Name setzt sich aus ihren Nachnamen zusammen.
Gibt es herzhaftes Essen oder Frühstück?
Nein. Das Angebot ist rein süß — Patisserie, Pralinen, Torten und Eis. Eine warme Küche gibt es nicht.
Kann ich hier mit dem Laptop arbeiten?
Dafür ist das Haus nicht gedacht. Es ist ein Konditorei-Café für eine Pause, nicht für einen Arbeitsnachmittag — die Tische, die Verweildauer und das frühe Tagesende sprechen alle dagegen.
Bekommt man ganze Torten?
Ja, ganze Torten gehören zum Sortiment. Für einen bestimmten Anlass ist eine Vorbestellung sinnvoll.
Gibt es Eis?
Ja, aus eigener Herstellung — im Sommer einer der Hauptgründe, warum unten an der Vitrine Betrieb ist.
Eignet sich das als Geschenk aus München?
Sehr gut. Macarons, Pralinen und Törtchen werden auf Wunsch verpackt, und ein Meisterbetrieb ist ein deutlich besseres Mitbringsel als das übliche Souvenir.
Ist der Kaffee besonders?
Er ist solide und erfüllt seine Rolle als Begleitung zur Patisserie. Specialty Coffee mit benannter Rösterei, Herkünften und Filterauswahl ist hier nicht das Thema.
Öffnungszeiten
| Tag | Zeiten |
|---|---|
| Montag | 10:30–19:00 |
| Dienstag | 09:00–19:00 |
| Mittwoch | 09:00–19:00 |
| Donnerstag | 09:00–19:00 |
| Freitag | 09:00–19:00 |
| Samstag | 10:30–19:00 |
| Sonntag | 12:00–18:00 |
Fotos





Gästebewertungen
Bewertungen zuletzt aktualisiert: 2026-08-10 15:31:57
Die Daten werden monatlich aktualisiert. Quellen: munichka.eu sowie redaktionelle Auswahl anhand von Bewertungen.
Кава одна з найкращих у місті, але Бріош і Круасани – найкращі!!! Ціна висока, але якість тіста і начинки виправдовує кожен цент. Рекомендую
Дуже класний заклад. Атмосфера, смачні тістечка, кава , гарний сервіс. І дуже зручне розташування.
Мені дуже сподобалося тістечка. Дуже смачнф, смак, який поєднується з желе, фруктовим та тістом. Ох я не кондитер, щоб описати інгредієнти, але поєднуються вони пречудово! Я раджу сюди прийти ❤️
Не дешева кондитерська, але це і не дивно. Місцерозташування – в центрі між Маріїнплац та Одеонсплац. Відмінні десерти та смачний чай з імбирем. Рекомендую!
Все чудово, все дуже смачно, особливо нарешті спробував справжні макарони. Навіть взяв коробку додому. Але вимушений забрати одну зірку, із за чаю. У вас топ заклад, топ тістечка, але чому чай – це дешевий заварний пакет…