Niu Asian Café München ★9.1

Café · München · ⭐ 9.1/10 · 1933 Bewertungen · aktualisiert: 2026-08-10 15:32:00

Adresse: Sendlingerstr 7 Ecke, Oberanger 6, 80331 München, Deutschland

Es gibt Cafés, die man wegen des Kaffees besucht, und es gibt Cafés, in denen der Kuchen die Hauptrolle spielt und alles andere sich danach richtet. Das Niu Asian Café gehört eindeutig zur zweiten Sorte. Hinter dem Namen stecken zwei Menschen — Nici und Tu, deren Vornamen das Wort ergeben —, hinter dem Konzept steht eine Idee, die es in München so lange nicht gab: asiatische Konditorei mit europäischem Cafébetrieb, hauchdünne Crêpe-Torten, wolkig-leichter japanischer Käsekuchen und Getränke, die aussehen wie ein Bühnenauftritt. Wer hier hereinkommt, betritt keinen ruhigen Ort, sondern einen sehr bewusst inszenierten.

Höhepunkte

  • Crêpe-Torten aus vielen papierdünnen Lagen mit Creme dazwischen — die Spezialität des Hauses und der eigentliche Grund für den Weg hierher.
  • Japanischer Käsekuchen in der luftigen, wolkenartigen Konsistenz, für die diese Backart bekannt ist.
  • Ein ganzer Block an Matcha-Getränken mit Variationsmöglichkeiten statt einer einzelnen Pflichtzeile auf der Karte.
  • Der Rainbow Coffee mit glitzernder Latte-Art — das meistfotografierte Getränk des Hauses.
  • Kaffee auf Basis vietnamesischer Bohnen, was in der Münchner Cafélandschaft die Ausnahme und nicht die Regel ist.
  • Offene Miniküche mitten im Raum: Man sieht zu, wie die Torten entstehen.
  • Zwei Ebenen und eine Einrichtung, die kompromisslos auf Farbe setzt — Rosa, Violett, Türkis, Marmor, Messing, Winkekatzen.
  • Reduzierter Zuckereinsatz und tägliche frische Herstellung als erklärte Linie der Konditorei.
  • Ein paar Tische im Freien für die Tage, an denen das Wetter mitspielt.

Was in der Tasse ist

Hier muss man die Kategorie richtig einordnen, sonst bestellt man am Haus vorbei. Dies ist kein Specialty-Betrieb mit Brew Bar und rotierenden Einzelherkünften, und er tut auch nicht so. Die Getränkekarte ist die Fortsetzung der Konditorei mit anderen Mitteln: Sie ist auf Aussehen, Süßegrad und Kombination mit Kuchen gebaut, nicht auf sensorische Analyse.

Der Kaffee arbeitet mit vietnamesischen Bohnen, was durchaus eine inhaltliche Aussage ist — die vietnamesische Kaffeekultur ist kräftig, süßlastig und milchaffin, und das passt zum Rest der Karte deutlich besser als eine helle äthiopische Filterröstung es täte. Das bekannteste Getränk des Hauses ist der Rainbow Coffee mit farbiger, glitzernder Latte-Art. Das ist unverhohlen ein Schaustück, und es funktioniert als solches; Gäste bestellen es mit voller Absicht.

Der ernstere Teil der Karte ist der Matcha. Er kommt in mehreren Ausführungen und lässt sich variieren, etwa in Richtung Kokos, und Gäste beschreiben ihn wiederholt als cremig, ausbalanciert und eben nicht überzuckert — was bei Matcha-Getränken in Cafés keineswegs selbstverständlich ist. Wenn Sie an dieser Adresse ein Getränk ernst nehmen wollen, dann dieses.

Für alle anderen gibt es Milchshakes und die üblichen Milchkaffee-Varianten. Die praktische Empfehlung lautet: Bestellen Sie das Getränk passend zum Kuchen, nicht umgekehrt. Der Teller ist hier der Ausgangspunkt jeder sinnvollen Bestellung.

Wer dahintersteht

Nici und Tu haben das Konzept gemeinsam entwickelt, und der Name des Hauses ist aus ihren Vornamen zusammengesetzt — schlichter kann eine Gründungsgeschichte kaum beginnen. Beide teilen eine ausgeprägte Vorliebe für Desserts, asiatische Konditorei und die dazugehörigen Getränke, und die erste eigene Adresse entstand daraus im Jahr 2019 — allerdings nicht in München, sondern in Nürnberg.

Bemerkenswert ist die handwerkliche Seite dieser Geschichte. Nici konnte anfangs nicht backen und hat sich Konditorei und Latte-Art selbst beigebracht, mit vielen Stunden Ausprobieren in einer kleinen Küche. Das erklärt eine Eigenheit des Hauses, die Gästen sofort auffällt: Die Präsentation ist außergewöhnlich sorgfältig, weil sie von Anfang an Teil der Aufgabe war und nicht später als Marketing dazukam.

Die Münchner Adresse kam 2022 dazu und bezog Räume, in denen zuvor ein Friseursalon war — die Suche nach der passenden Fläche in der Altstadt hatte lange gedauert. Als Leitsatz steht über der Sache ein Satz, den man den Räumen auch ansieht: nie aufhören zu genießen. Ob man solche Mottos mag oder nicht, ist Geschmackssache; das Haus zieht seines jedenfalls konsequent durch.

Wofür es sich eignet

Die Kuchenpause mitten im Stadtbummel. Das ist das Kernszenario. Die Altstadt liegt vor der Tür, die Einkaufsstraßen sind wenige Schritte entfernt, und nach zwei Stunden Laufen ist ein Sitzplatz mit einem Stück Crêpe-Torte genau das, was der Nachmittag braucht.

Ein Treffen, das gut aussehen soll. Wer sich mit jemandem verabredet, für den die Umgebung mitzählt, hat hier eine sichere Bank. Der Raum ist auf Wirkung gebaut, die Getränke ebenso, und niemand muss sich rechtfertigen, wenn zuerst das Handy und dann die Gabel zum Einsatz kommt.

Nachtisch, ohne vorher essen zu müssen. Ein unterschätztes Szenario: Man will nichts Herzhaftes, sondern nur den süßen Teil. Genau dafür ist dieses Haus gebaut, und es macht daraus keinen Kompromiss, sondern die Hauptsache.

Kinder und Jugendliche. Bunte Getränke, Torten in mehreren Farben, eine sichtbare Küche — das funktioniert bei jungem Publikum besser als jedes klassische Kaffeehaus. Für Familienbesuche in der Innenstadt ist das eine verlässliche Zwischenstation.

Eine kurze Auszeit allein. Gäste beschreiben die Stimmung trotz zentraler Lage als entspannt. Für dreißig bis sechzig Minuten mit einem Matcha und einem Stück Kuchen ist das ein guter Ort, gerade weil der Raum optisch beschäftigt und man dabei zur Ruhe kommt.

Frühstück und Arbeiten mit dem Laptop — nein. Hier gehört Klartext hin: Dies ist kein Morgenlokal und keine Arbeitsfläche. Der Tag beginnt hier später als in einem klassischen Café, die Tische sind für Kuchen und Getränke gedeckt, und bei hoher Auslastung ist ein aufgeklappter Rechner die falsche Nutzung. Wer einen Arbeitsplatz sucht, sollte anderswo suchen.

Der Raum

Die Einrichtung ist die zweite Spezialität des Hauses und wird von Gästen fast so oft erwähnt wie die Torten. Der Raum geht über zwei Ebenen und setzt kompromisslos auf Farbe: rosa Wände mit flächigem Blumendekor, Sitzmöbel in Violett und Dunkelgrün, dazu Marmor und Messing als härtere Gegenpunkte, glitzernde Details und Winkekatzen als asiatisches Zitat. Das ist keine zurückhaltende Gestaltung und will es auch nicht sein.

Funktional wichtig ist die offene Miniküche mitten im Café. Man sieht, wie die Torten zusammengesetzt werden, und das verändert die Wahrnehmung des Produkts — aus einem Stück Kuchen in der Vitrine wird sichtbare Handarbeit. Für viele Gäste ist genau das der Moment, in dem die hohe Sorgfalt der Präsentation plausibel wird.

Draußen stehen einige Tische, die bei gutem Wetter zuerst besetzt sind und einen ganz anderen Charakter haben: weniger Bühne, mehr Straßencafé mit Blick auf den Fußgängerverkehr der Altstadt. Die ehrliche Einschränkung des Hauses ist die Kapazität — es ist kein großer Betrieb, an guten Nachmittagen ist es voll, und Gäste erwähnen durchaus, dass es dann etwas eng und lebhaft wird.

Mehr als Kaffee

Beim Essen ist die Antwort binär und eindeutig: Es geht hier um Süßes, nicht um Herzhaftes. Eine Küche mit Mittagskarte gibt es nicht, und das Haus versucht auch gar nicht, eine zu sein. Die Konditorei ist der Kern des Betriebs.

Das Angebot verteilt sich auf einige klar unterscheidbare Kategorien. Die Crêpe-Torten bestehen aus vielen hauchdünnen Lagen mit Creme dazwischen und wirken dadurch deutlich leichter, als ihre Größe vermuten lässt. Der japanische Käsekuchen steht für die luftige, fast wolkige Konsistenz, für die diese Backart bekannt ist. Dazu kommen Cremetorten, die vollmundig, aber nicht übersüßt sind, sowie handgemachte Crêpes in wechselnden Ausführungen, darunter Matcha-Varianten.

Als Linie gibt das Haus reduzierten Zuckereinsatz, hochwertige Zutaten und tägliche frische Herstellung an — und genau das spiegeln Gästeberichte wider, die auffallend oft betonen, dass die Torten leichter schmecken als erwartet. Wer eine Unverträglichkeit hat, fragt am besten direkt vor Ort nach; das Angebot wechselt, und die Auskunft an der Theke ist verlässlicher als jede Liste.

Wann kommen

Dies ist ein Nachmittagsort und kein Morgenort — das Konzept beginnt beim Kuchen, nicht beim Frühstück. Die genauen Zeiten stehen im Öffnungszeiten-Block auf dieser Seite; planen Sie den Besuch entsprechend in die zweite Tageshälfte.

Die vollsten Zeiten sind die klassischen Kuchennachmittage am Wochenende und die Tage mit gutem Wetter, an denen zusätzlich die Außentische begehrt sind. Wer die Auswahl in der Vitrine möglichst vollständig sehen will, kommt eher früher am Tag, weil beliebte Torten ausgehen können. Wer es ruhiger mag, wählt einen Werktag und meidet die späten Nachmittagsstunden. Am Wochenende endet der Betrieb erkennbar früher als unter der Woche, was für einen spontanen Abendbesuch relevant ist.

Anfahrt

Die Lage ist zentral: Altstadt, im Bereich zwischen Sendlinger Tor und Marienplatz, also mitten im Fußgängerbereich der Innenstadt. Von der Station am Sendlinger Tor ist es ein kurzer Weg, vom Marienplatz ebenfalls; beide sind an U-Bahn und S-Bahn angebunden, sodass die Anreise aus jedem Stadtteil unkompliziert ist.

Zur Orientierung: Das Café liegt an einer Ecke im Übergang zwischen der großen Einkaufsachse und den ruhigeren Altstadtgassen dahinter. Die Front ist auffällig genug, dass man das Haus nicht übersieht — die Farbgebung erledigt das von selbst. Mit dem Auto ist die Innenstadt hier weitgehend gesperrt und der Rest teuer; öffentlich oder zu Fuß ist eindeutig der bessere Weg.

Gut zu wissen

Drei Hinweise für einen guten Besuch. Erstens: Wählen Sie zuerst den Kuchen und danach das Getränk — die Karte ist so gebaut, und in dieser Reihenfolge bestellt man deutlich besser. Zweitens: Wenn Sie nur ein Getränk ernst nehmen wollen, nehmen Sie den Matcha und nicht den Kaffee; das ist die Stärke des Hauses. Drittens: Rechnen Sie an guten Nachmittagen mit vollen Räumen und wenig Platz — für ein langes, ruhiges Gespräch ist ein Werktag die klügere Wahl.

Und eine ehrliche Einordnung zum Erwartungsmanagement: Dies ist eine Adresse mit hohem Anteil an Gästen von auswärts, und der Ort ist sichtbar auf Wirkung gebaut. Wer eine unauffällige Nachbarschaftskaffeebar sucht, wird das hier nicht finden. Wer asiatische Konditorei auf ordentlichem handwerklichem Niveau probieren will — eine Kategorie, die in München nach wie vor dünn besetzt ist —, hat hier eine der klarsten Adressen der Stadt.

Fragen und Antworten

Was ist eine Crêpe-Torte?

Ein Kuchen aus vielen hauchdünnen Crêpe-Lagen mit Creme dazwischen, statt aus Biskuitböden. Das Ergebnis schmeckt deutlich leichter, als die Größe des Stücks vermuten lässt, und ist die Spezialität dieses Hauses.

Ist der Kaffee auf Specialty-Niveau?

Nein, und das ist auch nicht die Idee. Gearbeitet wird mit vietnamesischen Bohnen, und die Getränke sind auf Aussehen und Kombination mit Kuchen ausgelegt. Wer Röstprofile diskutieren will, ist in einer Röstereibar richtig.

Was soll ich bestellen, wenn ich nur einmal herkomme?

Ein Stück Crêpe-Torte und einen Matcha. Wenn Sie etwas zum Vorzeigen wollen, nehmen Sie stattdessen den Rainbow Coffee — den bestellt man wegen des Auftritts, nicht wegen der Bohne.

Gibt es herzhaftes Essen?

Nein. Das Haus ist eine Konditorei mit Cafébetrieb; es gibt Süßes und Getränke, keine Mittagskarte.

Kann man draußen sitzen?

Ja, es gibt einige Tische im Freien. Bei gutem Wetter sind sie schnell besetzt, weil sie einen ruhigeren Charakter haben als der Innenraum.

Ist es kinderfreundlich?

Ja, ausgesprochen. Farbige Getränke, mehrfarbige Torten und die einsehbare Küche kommen bei jungem Publikum sehr gut an.

Kann man hier arbeiten?

Besser nicht. Das ist ein Konditorei-Café mit hoher Auslastung und begrenzter Fläche, kein Ort für lange Laptop-Sitzungen.

Wo war das erste Niu?

In Nürnberg, seit 2019. Die Münchner Adresse kam 2022 dazu, in Räumen, in denen zuvor ein Friseursalon war.

Sind die Torten sehr süß?

Eher nicht. Das Haus gibt reduzierten Zuckereinsatz als Linie an, und Gäste beschreiben die Torten wiederholt als leicht und cremig statt schwer.

Öffnungszeiten

Tag Zeiten
Montag 12:00–20:00
Dienstag 12:00–20:00
Mittwoch 12:00–20:00
Donnerstag 12:00–20:00
Freitag 12:00–20:00
Samstag 12:00–20:00
Sonntag 13:00–18:30

Gästebewertungen

  1. Fiona Gecaj

    Я відвідав Niu Asian Café у Мюнхені та чудово провів час. Кафе дуже сучасне та чарівно оформлене, з по-справжньому приємною атмосферою, яка одразу привертає увагу. Воно ідеально підходить для короткої перерви під час про…

  2. Ronald Engel

    Дуже гарний магазинчик з кількома столиками на вулиці. Звичайно, досить туристичний, але з розслабленою атмосферою. Численні страви з матча з різними варіантами персоналізації та хороший вибір тістечок (близько 6-10) по…

  3. Augschburger Restaurant Tester

    Ми з чоловіком та друзями — пристрасні гурмани, які люблять проводити вільний час разом і завжди пробують нові ресторани в Аугсбурзі та його околицях.

    Цього разу я була сама та в Мюнхені.

    Вгорі:

    Кафе справді гарне та…

  4. AndyD

    Дуже гарне кафе з надзвичайно привітним персоналом. Капучино було чудовим. Я спробувала райдужний та фісташковий кекси, і вони були такіеее смачні! Я думала, що кекси будуть занадто насиченими, але вони були дуже легкими…

  5. K

    Дуже "дівчаче" кафе, все рожеве, велика увага до красивих деталей. Я взяла лате та торт із млинців, це було надзвичайно смачно! Коштувало це 15€. Приємний персонал, напіввідкрита кухня, що можна спостерігати, як роблять…

Bewertungen zuletzt aktualisiert: 2026-08-10 15:32:00

Die Daten werden monatlich aktualisiert. Quellen: munichka.eu sowie redaktionelle Auswahl anhand von Bewertungen.

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