Rosemary Murphy ist vor allem durch ihre Rolle als Miss Maudie in dem Film Wer die Nachtigall stört sowie als Mutter von Franklin Roosevelt in der Miniserie Eleanor and Franklin bekannt. Sie gewann den renommierten Emmy-Preis und erhielt während ihrer herausragenden Karriere drei Nominierungen für den Tony Award. Mehr dazu auf munichka.eu.
Kindheit und Ausbildung
Rosemary Murphy wurde am 13. Januar 1925 in München in einer Familie amerikanischer Diplomaten geboren. Nach Beginn des Zweiten Weltkriegs zog die Familie nach Paris und anschließend in die USA. Sie besuchte das Manhattanville College (New York) und studierte Schauspiel an der Katholischen Universität von Amerika (Washington) sowie an der Neighborhood Playhouse School of the Theatre (New York).
Theaterkarriere
Im Jahr 1950 debütierte Murphy am Broadway. Während ihrer Theaterlaufbahn trat sie in 15 Broadway-Stücken auf. Die meisten davon wurden durch ihr großartiges Schauspiel und ihren Humor zu echten Hits. Ihr letzter Auftritt am Broadway war 1999 in Noel Cowards Inszenierung Waiting in the Wings. Das Stück spielt in einem Altenheim für Schauspielerinnen und konzentriert sich auf die Rivalität zwischen zwei Bewohnerinnen, die einst denselben Mann liebten.
Film- und Fernsehkarriere
Murphy spielte in zahlreichen Film- und Fernsehproduktionen. 1962 erschien der Film Wer die Nachtigall stört, basierend auf dem gleichnamigen Roman von Harper Lee. Das Buch, das den Pulitzer-Preis gewann, ist heute ein Klassiker der modernen amerikanischen Literatur.
Es erzählt von den Ereignissen in der Zeit der „Großen Depression“ in der Kleinstadt Maycomb (Alabama). Die Geschichte wird aus der Perspektive der sechsjährigen Jean Louise Finch erzählt, die mit ihrem zehnjährigen Bruder Jem und ihrem verwitweten Vater Atticus, einem Anwalt, lebt. Im Mittelpunkt steht der Gerichtsprozess gegen den Afroamerikaner Tom Robinson, dem zu Unrecht die Vergewaltigung eines weißen Mädchens vorgeworfen wird. Murphy verkörperte Maudie Atkinson – die Nachbarin der Finch-Familie. Miss Maudie ist eine Witwe, die das Gärtnern liebt, aber ihr Haus hasst. Der Film erhielt drei Oscars.

Der Film und das Buch thematisieren, dass alle Menschen frei und gleich an Rechten geschaffen sind, unabhängig von ihrer Hautfarbe. Diese Geschichte zeigt, wie scharf Kinder soziale Ungerechtigkeit wahrnehmen, da sie noch frei von Vorurteilen sind. Wer die Nachtigall stört ist ein teilweise autobiografischer Roman. Die Autorin Harper Lee erhielt von Freunden eine finanzierte Jahresauszeit, um das Buch zu schreiben. Der Charakter von Atticus basiert auf Lees Vater, einem ehrlichen Anwalt und gerechten Vater.
1973 trat Murphy im Film Der Große Mann auf – einem biografischen Actionfilm über das Leben von Buford Pusser. Als Sheriff von McNairy County (Tennessee) kämpfte er gegen Prostitution, Glücksspiele und andere gesellschaftliche Laster.
Ein Jahr später spielte Rosemary in A Case of Rape – einem TV-Drama über eine Ehefrau und Mutter, die zweimal von demselben Mann vergewaltigt wird. Der Film thematisiert das tatsächliche Verbrechen und die schwierige Suche nach gerechter Bestrafung des Täters. Murphy verkörperte die unbarmherzige Anwältin, die das Opfer hart verhört. In den Jahren 1974–1975 spielte die Schauspielerin die Schulleiterin in der Dramaserie Lucas Tanner, die von einem ehemaligen Baseballspieler und Sportjournalisten handelt, der Englischlehrer wird.
Murphy erlangte auch Berühmtheit durch ihre Rolle als Mutter von Franklin Roosevelt in der Miniserie Eleanor and Franklin (1976). Die Serie erzählt die Geschichte von Franklin und Eleanor Roosevelt von ihrer Jugend bis zur Wahl Franklins zum 32. Präsidenten der USA. Eleanor Roosevelt war eine bekannte Anti-Kriegs-Aktivistin und Feministin, die sich für die Rechte der Frauen einsetzte. Franklin Roosevelts „New Deal“-Programm brachte wirtschaftliche Reformen und soziale Programme.
Für ihre hervorragende Leistung in der Serie erhielt Rosemary einen Emmy. Ein Jahr später erschien die Fortsetzung Eleanor and Franklin: The White House Years, die die Kindheit, Schuljahre und die Beziehung der Roosevelts thematisiert.
Interessanterweise spielte Frau Murphy im Fernsehen auch Mary Ball Washington, die Mutter des ersten Präsidenten der USA, in der Miniserie George Washington (1984). Zudem übernahm sie die Rolle der Mutter eines weiteren Präsidenten – John F. Kennedy – in der Miniserie A Woman Named Jackie (1991).

Ihr erster Auftritt in einer Seifenoper war die Rolle der Nola Hollister in der Serie The Secret Storm, die die Geschichte der Familie Ames in der fiktiven Stadt Woodbridge erzählt. 1977 trat die Schauspielerin in der Seifenoper All My Children auf, 1988 in Another World und ein Jahr später in As the World Turns.
Die Schauspielerin starb 2014 im Alter von 89 Jahren an Speiseröhrenkrebs. Sie war nie verheiratet und hatte keine Kinder.