Einer der extravagantesten deutschen Designer – das ist Rudolph Moshammer. Er hinterließ nicht nur in der Modewelt, sondern auch im kulturellen Leben des Nachkriegsdeutschlands eine deutliche Spur. Sein Stil, der Luxus, Theatralik und Charisma vereinte, wurde weit über die Grenzen Münchens hinaus bekannt. Sein Leben war schillernd, öffentlich und hochinteressant. In diesem Artikel erzählen wir, wer Rudolph Moshammer war und wie er seine Marke aufbaute. Mehr auf munichka.eu.
Die Karriere als Designer
Rudolph Moshammer wurde 1940 in München geboren. In den 1960er Jahren begann er, Kleidung zu entwerfen. Sein erstes Geschäft war die Boutique „Carnaval de Venise“ auf der Maximilianstraße. In der Boutique wurde Kleidung aus teuren Stoffen für wohlhabende Männer verkauft. Er zog die reichsten Menschen Münchens und des Landes an. Zu seinen Kunden zählten auch internationale Stars wie Arnold Schwarzenegger, Richard Chamberlain, José Carreras und andere. Lange Zeit führte er das Geschäft zusammen mit seiner Mutter, der er bis zu ihrem Tod im Jahr 1993 sehr nahestand.
Moshammer galt nach Karl Lagerfeld als einer der erfolgreichsten Modeschöpfer des Landes. Moshammer schuf oft Looks mit einem Hauch von Theater, barockem Luxus und dem Stil des „alten Hollywood“. Er wurde selbst zum Gesicht seiner Marke: stets elegant, mit perfekt gestyltem Haar, in einem makellosen Anzug und mit seinem Hund Daisy auf dem Arm.
Die Persönlichkeit Moshammers

Rudolph Moshammer war eine schillernde und exzentrische Persönlichkeit. Er war dafür bekannt, immer mit seiner Hündin Daisy unterwegs zu sein. Er liebte Daisy so sehr, dass er sogar ein Buch über sie schrieb. Moshammer brachte auch eine Pflegeserie für Hunde auf den Markt, die er ebenfalls „Daisy“ nannte. Moshammer bedachte Daisy in seinem Testament und legte fest, dass sie ein lebenslanges Wohnrecht in seiner Villa in München haben sollte. Um sie sollte sich Moshammers Chauffeur, Andreas Kaplan, kümmern. Der Chauffeur nahm die Hündin zu sich. Er wurde ebenfalls im Testament berücksichtigt und erhielt eine großzügige Belohnung für seine Dienste.
Moshammer setzte sich engagiert für obdachlose Menschen ein, wofür er mit dem Preis „Martinsmantel 2000“ ausgezeichnet wurde. Im Jahr 2002 gelang es Moshammer, ein Hemd, das Napoleon I. getragen hatte, für 62.000 Euro zu verkaufen. Den gesamten Erlös spendete er einer Münchner Wohltätigkeitsorganisation für Obdachlose.
Er wurde oft als freundlich, aber in seinem Privatleben gleichzeitig als verschlossen beschrieben. In München war er als charismatischer, emotionaler und zugleich sehr eigensinniger Mann bekannt. Seine Entschlossenheit im Geschäft und seine Treue zur eigenen Vision ermöglichten es ihm, eine Marke aufzubauen, die zum Symbol des glamourösen Münchner Stils wurde.
Moshammers weitere Tätigkeiten
Neben Design und Geschäft beschäftigte sich Moshammer auch mit Musik. Er arbeitete mit der Band „Münchner Zwietracht“ zusammen und nahm mit ihr 2001 am deutschen Vorentscheid zum Eurovision Song Contest teil. Moshammer trat mit dem Lied „Teilt Freud und Leid“ auf.
Außerdem trat er mehrmals in Fernsehserien auf, unter anderem in der bekannten deutschen Krimireihe „Tatort“.
Tod
Am 14. Januar 2005 wurde Moshammer tot in seinem Haus in einem Vorort südlich von München aufgefunden. Er war mit einem Telefonkabel erdrosselt worden. Daisy war am Leben, gesund und befand sich im Wohnzimmer.
Bereits am 16. Januar gestand ein 25-jähriger Iraker, Moshammer mit einem Telefonkabel erdrosselt zu haben, weil dieser sich geweigert hatte, ihn für Sex zu bezahlen. Laut Aussage des Irakers hatte Moshammer ihm selbst 2.000 Euro für Sex angeboten und sich nach dem Akt geweigert zu zahlen. Der Iraker wurde zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt.
Das Leben von Rudolph Moshammer glich einer schillernden Theateraufführung. Er schuf nicht nur eine Modemarke, sondern einen wiedererkennbaren Stil, der Liebe zum Detail und Exzentrik vereinte. Gleichzeitig blieb er ein Mensch, der anderen helfen konnte, Mitgefühl zeigte und seine Nächsten schätzte.