Mode, Sport und Kino: Das Leben von Willy Bogner

Der Name Willy Bogner hat die Sportarenen hinter sich gelassen und ist zu einem Symbol für Eleganz, Innovation und deutsche Qualität in der Modewelt geworden. Der Münchner Designer, Sportler, Regisseur, Kameramann und Unternehmer verwandelte funktionale Winterkleidung in ein Stil-Statement. Seine Marke „Bogner“ ist eine internationale Ikone des Ski-Chics. In diesem Artikel erzählen wir die Geschichte von Willy Bogner. Mehr auf munichka.eu.

Bogner – der Sportler

Willy Bogner wurde 1942 in München geboren. Lange Zeit war er Profisportler. Bogner trat für die deutsche Nationalmannschaft bei den Olympischen Winterspielen 1960 in Squaw Valley an. 1962 wurde er zweifacher Weltmeister bei den Studenten-Weltmeisterschaften im Slalom und in der alpinen Kombination.

Bei der Weltmeisterschaft 1966 in Chile belegte er den vierten Platz im Slalom. Das war sein bestes sportliches Ergebnis. Er nahm aktiv an internationalen Sportwettkämpfen bis 1967 teil, als er beschloss, sich auf seine Arbeit als Regisseur zu konzentrieren.

Bogner – der Kameramann und Regisseur

Willy Bogner mit einer Filmkamera beim Skifahren

1964 drehte Bogner mehrere Szenen für den Film „Skifaszination“. Es war sein erster Film über Skimode. Während der Dreharbeiten leitete er eine Gruppe von 14 Weltklasse-Skifahrern. Leider löste sich eine Lawine, die mehrere Mitglieder der Gruppe tötete, darunter auch Bogners Freundin – Barbi Henneberger. Bogner hatte geplant, sie einige Monate später zu heiraten. Er wurde vor einem Schweizer Gericht wegen fahrlässiger Tötung angeklagt und erhielt eine zweimonatige Bewährungsstrafe.

In mehreren Filmen arbeitete er als Kameramann. Er drehte für James-Bond-Filme wie „Der Spion, der mich liebte“, „Im Angesicht des Todes“ und andere große Produktionen. 1985 erhielt er den „Bambi“-Preis und einen Sonderpreis des Bayerischen Filmpreises. In den James-Bond-Filmen trugen viele Darsteller Kostüme von „Bogner“. Für die Dreharbeiten verwendete er eine 35-mm-Panavision-Kamera mit einem extremen Weitwinkelobjektiv und ein Hasselblad-System. Während der Aufnahmen fuhr Willy sogar rückwärts auf Skiern. Er hielt sich stets in Topform, um die schwere Ausrüstung auch bei Abfahrten mit 90 km/h stabil halten zu können.

Bogner – der Designer und das Unternehmen „Bogner“

Das Unternehmen „Bogner“ wurde 1932 gegründet, als Willy Bogners Vater, ebenfalls ein professioneller Skifahrer namens Willy, zusammen mit einem Freund ein Unternehmen für den Import von Skisport- und Freizeitzubehör gründete. Bereits bei den Olympischen Spielen 1936 war die deutsche Skimannschaft komplett in Kostümen von „Bogner“ gekleidet. Zu den Kundinnen des Unternehmens zählten Marilyn Monroe und Ingrid Bergman. 1955 wurde die Marke „Bogner“ als „Dior der Sportmode“ bezeichnet.

Willy Bogner junior brachte 1971 die erste eigene Kollektion im Rahmen des Unternehmens auf den Markt. 1972 übernahm er die Leitung des Unternehmens. Damit begann eine neue Entwicklungsphase – „High-Tech Bogner“. Die Marke „Bogner“ durchlief unter der Führung von Willy Bogner junior eine wahre Transformation – vom Familienbetrieb zum Weltmarktführer im Bereich Sportmode. Er setzte auf eine Kombination aus hoher Funktionalität und einer Ästhetik, die selbst den anspruchsvollsten Modegeschmäckern gerecht wurde. Die Marke wurde auch durch die James-Bond-Filme weithin bekannt.

Privatleben

1972 heiratete Willy Bogner Sônia Ribeiro – ein ehemaliges brasilianisches Model und eine Designerin. Sie beteiligte sich ebenfalls aktiv an der Arbeit an der Marke. Sie hatten keine eigenen Kinder, adoptierten aber Florinda und Bernhard. Ihre Ehe hielt bis zu Sônias Tod im Jahr 2017. Sie galten als eines der einflussreichsten Duos in der damaligen Modewelt. Nach dem Tod seiner Frau zog sich Bogner allmählich aus dem Geschäft zurück und konzentrierte sich auf sein Privatleben.

Dies ist die Geschichte eines Mannes, der es schaffte, seine Leidenschaft für die Berge, für das Kino und für die Mode zu vereinen und so eine ganze „Ära Bogner“ zu schaffen. Sein Leben ist ein Beispiel für Mut und Treue zur eigenen Vision.

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