Die Geschichte des Nachtlebens in München

München ist nicht nur für seine Geschichte, Kultur und Traditionen bekannt, sondern auch für seine ausgelassenen Partys und sein pulsierendes Nachtleben. Die Stadt bietet zahlreiche Nachtclubs, Stripclubs und Bars, die eine ganz neue Seite Münchens zeigen. Das Nachtleben der Stadt hat sich über die Jahrzehnte hinweg immer wieder gewandelt und an die jeweiligen Epochen angepasst. In diesem Artikel werfen wir einen Blick auf die Entwicklungsgeschichte des Münchner Nachtlebens. Mehr dazu auf munichka.eu.

Die Anfänge des Nachtlebens

Bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts hob sich München deutlich von anderen deutschen Städten ab. Eine besondere bohemehafte Atmosphäre und eine lebendige Nachtkultur prägten das Stadtbild. Erste Kabaretts, Jazzclubs und Cafés entstanden. Nach dem Zweiten Weltkrieg erlebte das Nachtleben Münchens einen Boom. Tanzveranstaltungen, Nachtclubs, Stripclubs und neue Bars schossen aus dem Boden. Viele dieser Einrichtungen waren über Jahrzehnte hinweg im Stadtzentrum angesiedelt.

Der Nachtclub „Blow Up“

Im Jahr 1967 öffnete der legendäre Nachtclub „Blow Up“ seine Türen und wurde schnell zum Mittelpunkt des Münchner Nachtlebens. Täglich berichteten Zeitungen und Magazine über die Partys in diesem Club und die prominenten Gäste, die ihn besuchten. Die britische Zeitung „Pathé News“ beschrieb den Club als „den heißesten und teuersten Ort in Westdeutschland“. „Blow Up“ wurde nicht nur lokal, sondern auch national zu einer Sensation.

Der Club wurde 1972 von den Gebrüdern Samy gegründet, die eine wahre Imperium von Gastronomiebetrieben führten – mit mehreren Nachtclubs, Restaurants, Bars und Brauereien. Sie waren die Trendsetter der Münchner Gesellschafts- und Gastronomieszene.

Der „Blow Up“ war ein großzügig gestalteter Club für bis zu 2500 Gäste. Es gab ausreichend Platz für Konzerte, Partys und andere Veranstaltungen. Die Bühne war mit modernsten Lichtprojektoren ausgestattet. Erstmals wurde hier ein Beleuchtungssystem eingeführt, das auf den Rhythmus der Musik reagierte. Für die Ausstattung investierten die Gebrüder Samy etwa 850.000 Deutsche Mark.

Die erste Party des Clubs machte ihn schlagartig deutschlandweit bekannt. Etwa 3500 Menschen strömten in den Club, obwohl die Kapazität bei 2500 lag. Es kam zu chaotischen Szenen: Eine Brille wurde zerbrochen, ein junger Mann riss einem Musiker das Mikrofon aus der Hand, um politische Statements zu machen, und an den Wänden wurden Parolen geschrieben. Die Gebrüder Samy tolerierten diese Vorfälle, da sie der Meinung waren, dass die Gäste aktiv am Clubleben teilnehmen sollten. Die Party endete jedoch mit dem Einsatz von Tränengas, um die Menge zu zerstreuen.

Der Club blieb viele Jahre lang äußerst beliebt. Es fanden „nasse“ Partys am Pool, Filmvorführungen und Auftritte berühmter Künstler wie Pink Floyd, Amon Düül und Brian Auger statt.

Nach dem Tod eines der Brüder im Jahr 1970 konnte der Club nicht mehr erhalten werden und wurde 1972 geschlossen. Dennoch bleibt er ein bedeutendes Kapitel der Münchner Nachtlebensgeschichte.

Die Weiterentwicklung des Nachtlebens

In den 1980er Jahren erlebte der Punk eine Blütezeit in München. Der Tanzsaal „Großenwahn“ wurde zum beliebtesten Treffpunkt und trug dazu bei, München zu einer kosmopolitischen Stadt mit einem Underground-Charakter zu machen.

Die 1990er Jahre waren die Ära der „Türsteher“ in München. Sie entschieden, wer Einlass in die Clubs erhielt. Zu den angesagtesten Clubs dieser Zeit gehörte das „Atomic Café“, das für seinen strengen Einlass bekannt war. Dieser Club wurde über Jahre hinweg als der wichtigste Treffpunkt der Stadt angesehen. Hier traten Bands wie die Arctic Monkeys und Babyshambles auf, bevor sie weltberühmt wurden. Die Einrichtung des Clubs, gestaltet vom Designer Verner Panton, war in warmen Tönen gehalten. Eine Besonderheit waren Lampen in Raketenform. Auch der berühmte Club „Morizz“ wurde in den 1990ern gegründet und war ein wichtiger Treffpunkt der LGBTQ+-Community, zu dessen Besuchern auch der deutsche Moderator Hape Kerkeling gehörte.

Im Laufe der Jahre verlagerte sich das Nachtleben an den Stadtrand, da im Zentrum kaum noch Platz für neue Einrichtungen war. Auf ehemaligen Industriegeländen und sogar Flughäfen entstanden große Clubs und Partyareale.

Das Nachtleben der 2000er Jahre und die Rave-Kultur

Die 2000er Jahre waren geprägt von Raves. Allerdings nahm die Zahl illegaler Raves zu. Ohne Genehmigungen organisierten zahlreiche Communities Partys in verlassenen Gebäuden oder Wäldern. Der Veranstaltungsort wurde den Teilnehmern erst wenige Stunden vorher mitgeteilt. Auf diesen Raves herrschte die Regel, dass die Teilnehmer ihren Müll wieder mitnehmen. Da keine Alkohol-Lizenzen vorlagen, wurde Alkohol gegen Spenden ausgegeben. Selbst während der Corona-Pandemie fanden solche Raves statt.

Herausforderungen und Zukunft des Münchner Nachtlebens

Die Corona-Krise stellte das Nachtleben vor große Herausforderungen. Viele Clubs schlossen bereits vor der Pandemie aufgrund hoher Mieten, Nachbarschaftsbeschwerden und Platzmangel. Während der Pandemie überlebten einige Clubs nur durch Spendenkampagnen oder staatliche Unterstützung.

Fazit

Das Nachtleben in München hat eine einzigartige und spannende Geschichte. Der Wunsch der Menschen, sich zu treffen, Gemeinschaften zu bilden und zu feiern, bleibt zeitlos. München hat glanzvolle Partys, Underground-Konzerte und Raves erlebt. Die Geschichten, die sich in den Clubs der Stadt abgespielt haben, sind zahlreich. Es bleibt zu hoffen, dass sich das Münchner Nachtleben weiterhin in eine gesunde und nachhaltige Richtung entwickelt.

....