Graciela Cucchiara und das Kochbuch „Mamma Mia: Italienische Rezepte mit Herz“

Die Geschichte der argentinisch-italienischen „Selfmade-Köchin“ Graciela Cucchiara ist eine echte Inspiration. Sie lebt und arbeitet in München und begeistert die Stadt mit ihrer authentischen italienischen Küche. Die energiegeladene Gastronomin trat bereits in Kochshows im deutschen Fernsehen auf und veröffentlichte später sogar ein Buch. Mehr dazu lesen Sie bei unserem Magazin für München – munichka.eu.

Plan A und Plan B

Graciela Cucchiara wurde in Buenos Aires in eine italienische Familie geboren. Dort verbrachte sie ihre Kindheit und Jugend, bevor sie nach München zog. Im Jahr 2009 eröffnete sie zusammen mit ihrer Schwester die „Kochgarage“. Sie hatten weder einen Businessplan noch eine klare Strategie, dafür aber den unbedingten Wunsch, etwas auf die Beine zu stellen. Die Schwestern waren damit eine der Ersten in Deutschland, die Koch-Teambuildings und Firmen-Kochkurse anboten. Frau Cucchiara empfing Top-Manager in ihrer Kochgarage. Dort zogen alle eine Schürze an und waren per Du. Während andere Lokalinhaber Gäste mit schöner Präsentation und Tischdekoration beeindruckten, reichte sie allen eine Schürze und band sie direkt in den Kochprozess ein.

Anschließend widmete sich Graciela erfolgreich dem Catering für diverse Veranstaltungen, bis die Pandemie diesem Geschäft ein jähes Ende setzte. Doch die Argentinierin ließ sich nicht entmutigen und eröffnete 2020 ihr kleines, aber feines Feinkostgeschäft „Alimentari da Graciela“ in der Nymphenburger Straße 25. Hier gibt es Delikatessen aus verschiedenen Regionen Italiens, eine Theke mit Pasta zum Mitnehmen, Wein und frische Gerichte.

Das zeigt: Graciela Cucchiara hat „immer einen Plan A und einen Plan B“. Das gilt nicht nur für ihre Karriere, sondern auch für ihr Leben.

Die Köchin hat keine traditionelle Kochausbildung, sie ist eine Autodidaktin. Bevor sie zu einem wichtigen Teil der Münchner Kulinarik wurde, arbeitete sie als Musiktherapeutin, Klavierlehrerin und Grafikdesignerin.

Graciela Cucchiara in ihrer Alimentari

„München – die nördlichste Stadt Italiens“

Diesen Satz hört man oft in der Stadt. Graciela Cucchiara betont in Interviews, wie sehr sie München schätzt und liebt. Ihrer Meinung nach herrscht hier eine wirklich einzigartige Atmosphäre, und die Menschen flitzen auf ihren Vespa-Rollern durch die Stadt. In München findet man zahlreiche Bars, Pizzerien, Eiscafés und andere Lokale. Doch unter ihnen sticht das Geschäft von Frau Cucchiara heraus, in dem das Gefühl der „Bella Italia“ allgegenwärtig ist.

Für viele Menschen verbinden sich Italien und die traditionellen italienischen Gerichte mit Urlaubsgefühlen. Deshalb sind in Deutschland Begriffe wie „Dolce Vita“ oder „Dolce far niente“ (süßes Nichtstun) so populär. Was aber gehört unbedingt in jede italienische Küche? Graciela Cucchiara ist überzeugt: Ohne Parmesan oder ein Stück anderen Hartkäse, gutes Olivenöl, Brot und Tomaten geht gar nichts. Zudem mag die italienische Küche keine Hektik. Sie ist unglaublich schmackhaft mit einer minimalen Menge an Zutaten. Beispielsweise ist Bruschetta mit Tomaten und Olivenöl die beste vegane Küche.

Freiheit in der Küche

Graciela Cucchiara ist eine kreative Persönlichkeit, die Planung nicht mag und die Freiheit in der Küche genießt. Im Gegensatz dazu lieben die Deutschen akribische Planung. Die Köchin macht keine Arzttermine und plant keine Treffen vor 11 Uhr. Ihrer Meinung nach ist das „süße Leben“ (Dolce Vita) inmitten eines streng durchgeplanten Tagesablaufs.

Sie besitzt weder einen Wecker noch eine Waage. Während der Wecker noch verständlich ist, mag sich mancher fragen, wie man ohne genaues Abwiegen kochen kann. Deshalb bereitet die Selbstversorgerin auch keine Desserts zu, bei denen genaue Mengen und spezifische Temperaturen eingehalten werden müssen.

Frau Graciela organisiert Online-Kochveranstaltungen, die weltweit übertragen werden. Bei diesen digitalen Events spürt man die unglaubliche Atmosphäre der Freiheit und wird Teil der Kochkunst.

Graciela Cucchiara in Kochschürze

Ihr Kochbuch

Graciela Cucchiara veröffentlichte ein Kochbuch mit dem Titel „Mamma Mia: Italienische Rezepte mit Seele“. Tim Mälzer schrieb das Vorwort. Er verglich die Autorin mit einem ungeschliffenen Diamanten, den kein Juwelier anfassen oder polieren dürfe.

Ihr Buch stellt den Lesern ihre ganz persönliche italienische Küche vor. Die Kreativität und offene Art von Frau Graciela haben bereits Sterneköche wie Tim Mälzer und Nelson Müller begeistert. Täglich zieht ihr „Alimentari da Graciela“ in München viele Besucher an (geöffnet von Dienstag bis Samstag von 11:00 bis 19:00 Uhr). Das Buch präsentiert einfache, wunderbare Rezepte von italienischen Müttern.

Nach der Lektüre des Buches wird klar: „Genuss beim Kochen“ steht für sie weit über Genauigkeit. Mit einfachen Tricks zeigt sie, wie man Gerichte ganz nach dem eigenen Geschmack abwandeln kann. Abgerundet werden die Rezepte durch persönliche Anekdoten und Lebensansichten der Autorin. Das ist alles so fesselnd, dass man das Buch kaum aus der Hand legen möchte – es ist eben nicht nur eine Sammlung von 65 Rezepten.

Das Buch erschien am 20. September 2023. Es wurde mit 4,1 von 5 Sternen bewertet, was von einer positiven Aufnahme bei den Lesern zeugt. In den Rezensionen wird oft die „Authentizität, Kreativität und die lebensfrohe Art“ der Autorin hervorgehoben.

Kochbuch

Öffentlichkeit

Es ist bekannt, dass Frau Graciela 2013 an der Sendung „The Taste“ teilgenommen hat. Sie wäre auch nicht abgeneigt, eine eigene Kochshow zu kreieren, da sie es liebt, vor der Kamera zu stehen. Auf Instagram folgen der Köchin fast 100.000 (Hobby-)Köche. Ihre Fans sprechen sie oft an, um gemeinsame Fotos zu machen, und besuchen ihr Geschäft. In diesem unkonventionellen Laden, erfüllt von der Liebe zur italienischen Küche, gibt es immer etwas Leckeres zu essen und zu trinken. Hier fühlt sich jeder als willkommener Gast.

Bei „Besseresser – Das Duell“ auf ZDF trat Frau Graciela gegen Nelson Müller an. In der zweiten Folge der ersten Staffel 2022 sprach der Starkoch über einen Klassiker der italienischen Küche: Spaghetti Bolognese, eines der Lieblingsgerichte der Deutschen. Nelson Müller reiste sogar nach München, wo Frau Graciela ihm die Zubereitung eines echten Ragù alla Bolognese beibrachte. Die Geschichte dieses Rezepts ist spannend, da es viele Wandlungen durchlief. Beispielsweise datieren die ersten Versionen bis in die Renaissance zurück. Eine Jury aus Kochexperten und echten Liebhabern des italienischen Gerichts verkostete die Varianten der beiden Köche. Wer gewonnen hat, erfahren die Zuschauer, wenn sie sich die Episode ansehen.

Im März 2023 trat Graciela Cucchiara in der achten Staffel der Show „Kitchen Impossible“ an. Dort kochte sie gegen Tim Mälzer und teilte in der Sendung ihr Familienrezept für die traditionelle Lasagne „Vincisgrassi“.

Ein Vorbild

Für viele ist die Hobbyköchin ein „Vorbild an Lebensfreude und Leidenschaft“ sowie eine Quelle authentischer Rezepte. Man kann sie getrost als pragmatische, farbenfrohe und unkonventionelle Persönlichkeit bezeichnen.

Graciela reiste schon immer gerne, weshalb sie so viel über internationale Küchen wusste. Auf jeder Reise entdeckte sie etwas Neues und lernte von lokalen Köchen. Interessant ist auch die Tatsache, dass sie ein Phönix-Tattoo auf dem Rücken trägt. Sie erklärte, dass sie, egal wie traurig sie ist, immer wieder „von vorne beginnen“ kann.

Zum Schluss sei noch erwähnt, dass München für Graciela Cucchiara eine Heimat geworden ist. Obwohl sie eine Farm in Apulien besitzt, möchte sie die bayerische Hauptstadt nicht verlassen. Auf ihrer Farm arbeitet ein lokaler Bauer, der das Land mit 155 Olivenbäumen bewirtschaftet und Olivenöl produziert. Sie erzählte, dass sie „hervorragend nach München passt“ und die Deutschen sie wirklich lieben. Sie bewundern sie dafür, dass sie ständig etwas Neues erfindet.

In ihren Interviews hob sie die Deutschen gesondert als das ideale Publikum für kulinarische Veranstaltungen hervor. Sie zeichneten sich durch ihre „Neugier und Offenheit“ für Geschmackserlebnisse aus.

Graciela Cucchiara und Tim Mälzer
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