Die Erwartung auf die Geburt eines Kindes ist eine wunderbare Zeit für junge Eltern. Dennoch kann sie von vielen Herausforderungen begleitet sein. Insbesondere frischgebackene Mütter sind gefährdet. Diese Schwierigkeiten können Frauen oft nicht allein bewältigen, da ihr Körper in den letzten neun Monaten viele Veränderungen durchgemacht hat. Nach der Geburt eines Babys erlebt die Mutter einen Hormonschub und eine große emotionale Belastung. In 10 % der Fälle kann es in dieser Zeit zu einer postnatalen Depression kommen, berichtet munichka.eu. Mehr über die Warnsignale und wo man Hilfe findet, erfahren Sie hier.
Was ist eine postnatale Depression?
Laut Dr. Andrea Hermann ignorieren Stadtbewohnerinnen häufig die Symptome einer Depression nach der Geburt eines Kindes. Für die Frau zählt oft nur ihr Neugeborenes. Die Sorge um das Wohl des Babys, Ernährung, Hygiene und Schlaf stellen das eigene Wohl in den Hintergrund. Deshalb übersehen viele Frauen die körperlichen Warnsignale, die auf mentale Probleme hinweisen.
Viele junge Mütter, so Dr. Hermann, erhalten nicht die nötige Unterstützung von ihren Angehörigen. Sie stoßen auf vorwurfsvolle Blicke, wenn sie von schlechter Laune und Erschöpfung berichten. Für viele Menschen ist die postnatale Depression immer noch ein erfundenes Konzept und wird als reine Aufmerksamkeitssuche abgetan. Die Frauen in München sollten jedoch daran denken, dass ihre eigene Gesundheit Vorrang hat. Nur eine gesunde und ausgeglichene Mutter kann das Kind richtig betreuen, ihm Liebe und Fürsorge entgegenbringen und in guter Stimmung sein.
Ein erstes Alarmsignal nach der Geburt kann das Ausbleiben von Freude über das eigene Baby sein. In solchen Fällen fangen junge Mütter oft an, sich selbst Vorwürfe zu machen. Tatsächlich ist die Frau jedoch einfach überfordert mit der Fürsorge für das kleine Wesen. Angehörige destabilisieren die Frau oft noch mehr durch zusätzlichen Druck. Das Fehlen von Mutterglück führt zu langanhaltendem Leiden und verstärkt die Depression.
In der Universitätsklinik Würzburg wird darauf hingewiesen, dass neben depressiven Zuständen junge Mütter auch unter Zwangsstörungen und Angstzuständen leiden können. Diese Zustände verschlimmern sich manchmal so weit, dass die Frauen Realität und Einbildung nicht mehr voneinander unterscheiden können. Wichtig ist es, die eigenen Körpersignale nicht zu ignorieren. Auch das Umfeld der Mutter – beispielsweise der Partner oder der Gynäkologe – kann Verdacht schöpfen. Ein Gespräch mit einem Therapeuten kann laut Frau Hermann oft ein klares Bild schaffen.
Die Behandlung einer postnatalen Depression ist individuell, da die Zustände unterschiedlich sein können. Die Unterstützung kann in Form von Online-Beratungen, ambulanten Sitzungen oder stationärer Behandlung erfolgen.

Symptome
In der Verus-Klinik wird erklärt, dass verschiedene Faktoren eine postnatale Depression auslösen können, darunter hormonelle Veränderungen, Schlafmangel, Stress und die Anpassung an das Leben mit einem Neugeborenen. Wenn eine Frau bereits früher an Depressionen litt, kann die Mutterschaft einen neuen depressiven Zustand hervorrufen. Auch äußere Faktoren wie schwierige Beziehungen spielen eine große Rolle.
In der Zeit nach der Geburt ist eine junge Mutter besonders verletzlich. Viele Frauen erfahren in dieser Zeit Druck von den engsten Angehörigen. Mangelnde Unterstützung durch den Partner oder die Eltern, häusliche Gewalt, frühere depressive Episoden, Begleiterkrankungen und Medikamenteneinnahme erhöhen das Risiko einer postnatalen Depression.
Die Symptome einer postnatalen Depression können sehr unterschiedlich sein. Es ist wichtig, nicht auf die Erfahrungen anderer zu achten, sondern auf die eigenen Körpersignale zu hören. Bei Zweifeln über die eigene psychische Gesundheit ist es ratsam, einen Therapeuten aufzusuchen. Warnsignale können sein:
- Häufige Stimmungsschwankungen
- Schlechte Laune über zwei Wochen hinweg
- Appetitlosigkeit
- Schlafstörungen
- Angstzustände
- Reizbarkeit
- Schwierigkeiten im Umgang mit dem Kind
- Gefühl mangelnder Liebe zum Kind
- Gedanken, sich selbst oder dem Kind Schaden zuzufügen
- Gleichgültigkeit
- Schuldgefühle gegenüber dem Kind

Behandlung
Wenn mehrere der beschriebenen Symptome auftreten, sollte man aufmerksam werden, insbesondere, wenn sie länger als zwei Wochen anhalten. Eine rechtzeitige Konsultation beim Arzt ermöglicht es, das Problem der postnatalen Depression schnell zu lösen und mögliche Risiken für die Gesundheit von Mutter und Kind zu vermeiden.
Die Behandlung einer Depression nach der Geburt kann ambulant oder stationär erfolgen. Laut Dr. Hermann wird in Bayern im Rahmen der Beratung für Mutter und Kind eine ambulante Diagnostik und Behandlung durchgeführt. Dies ist das Ergebnis einer Zusammenarbeit der Universitätsfrauenklinik und der Klinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie in Würzburg.
Die Behandlung der postnatalen Depression umfasst Psychotherapie, soziale Beratung, zusätzlichen Kontakt mit Hebammen und Beratungszentren. Bei der Therapie wird auch die Behandlung von Suchterkrankungen einbezogen. Um die Sicherheit der Patientinnen zu gewährleisten, wird eine therapeutische Überwachung der Medikamentenqualität durchgeführt. Auch der Gehalt aktiver Wirkstoffe im Blut und in der Muttermilch wird überwacht, um die Sicherheit des Neugeborenen zu gewährleisten.
Wenn eine ambulante Behandlung nicht ausreicht, wird der Mutter eine Teilbehandlung in einer psychosomatischen Tagesklinik angeboten. Die Mutter bleibt dabei mit dem Kind in ihrer gewohnten Umgebung. Die Therapie kann jederzeit genutzt werden – von Montag bis Freitag. Während der Therapie kümmert sich das medizinische Personal um das Kind.
In der Uniklinik Würzburg bleibt die junge Mutter nicht allein mit ihren Problemen. Auf Wunsch werden auch Angehörige in die Therapie einbezogen. Die Sitzungen können sowohl individuell als auch in Gruppen stattfinden. Ärzte setzen auf Kunsttherapie, verschiedene Entspannungsmethoden, Pharmakotherapie, Physiotherapie und sozialpädagogische Beratung.
In schweren Fällen der postnatalen Depression ist eine vollstationäre Behandlung erforderlich. In den Stationen besteht die Möglichkeit, das Kind bis zu sieben Monate mitzunehmen.

Geburtstrauma
Laut der Verus-Klinik kann auch ein Geburts- oder postnatales Trauma die Ursache für eine postnatale Depression sein. Es beschreibt ein traumatisches Erlebnis, das während der Geburt, der medizinischen Versorgung oder nach der Geburt des Kindes auftreten kann. Zu den Ursachen eines Geburtstraumas gehören körperliche Schmerzen, emotionaler Stress und plötzliche Komplikationen bei der Gebärenden.
Eine Frau, deren Körper während der neun Monate stark beansprucht wurde, reagiert meist sehr empfindlich auf unvorhersehbare Situationen im Kreißsaal. Beispiele sind lange und schwierige Geburten, Notkaiserschnitte, Frühgeburten und verschiedene Komplikationen bei der Geburt. Viele Frauen haben vor der Geburt nicht genug Informationen und bereiten sich nicht ausreichend vor. Oft übersteigen die Erwartungen den tatsächlichen Verlauf, was ebenfalls traumatisch sein kann.
Die Symptome einer postnatalen Depression sowie die Symptome eines Geburtstraumas sind sehr individuell. Hier sind die häufigsten, die junge Mütter alarmieren sollten:
- Plötzliche Anfälle von Angst und Panik
- Schlafstörungen und Albträume
- Traurigkeit und depressive Zustände
- Gefühl von Verlust
- Körperliche Schmerzen, z. B. im Beckenbereich oder beim Geschlechtsverkehr
- Frauen, die ein Geburtstrauma erlebt haben, können sich vom Kind distanzieren und keine Verbindung zu ihm spüren.
Auch das Neugeborene kann ein Geburtstrauma erleiden. Obwohl Neugeborene nicht sprechen, äußern sie ihren Zustand auf andere Weise. Folgende Anzeichen sollten besorgniserregend sein:
- Übermäßiges Schreien und Weinen
- Schlechter Schlaf
- Probleme beim Anlegen und Saugen
- Unruhe
- Das Kind meidet körperlichen Kontakt
- Verzögerungen in der körperlichen und geistigen Entwicklung
Diese Symptome können natürlich auch andere Ursachen haben. Laut Frau Hermann sollte sich eine Frau, die weiß, dass die Geburt nicht gut verlaufen ist und deren Kind mehr als drei Stunden an drei Tagen pro Woche schreit, von einem Therapeuten beraten lassen. Frau Hermann betont auch die Bedeutung offener Kommunikation der Frauen mit ihren Partnern und dem medizinischen Personal während der Schwangerschaft und Geburt. Dies kann helfen, ein Geburtstrauma zu vermeiden oder zu lindern. Solche Frauen leiden seltener an postnatalen Depressionen und anderen Komplikationen.