Die Entwicklung des Frauenkampfes für Rechte in München

Frauen haben immer noch schlechtere Arbeitsbedingungen als Männer. Frauen leiden weiterhin unter Gewalt von Männern. Frauen werden oft nur als Sexualobjekte betrachtet. Dennoch haben Frauen bereits viele Erfolge erzielt. Es war ein schwieriger und steiniger Weg, aber auch ein sehr interessanter. In diesem Artikel erzählen wir, wie Frauen in München für ihre Rechte gekämpft haben. Mehr dazu auf munichka.eu.

Die Entwicklung der Frauenbewegung in München

Die Geschichte des Kampfes für Frauenrechte in München ist keine kontinuierliche und fortschreitende Geschichte. Es ist eine komplexe Geschichte mit vielen Akteuren und Ereignissen, die miteinander verwoben sind. Die politischen Forderungen vieler Strömungen unterschieden sich stark voneinander. Es gab auch viele Rückschläge und Pausen, wie beispielsweise die zwölf Jahre zwischen der ersten und zweiten Welle des Feminismus.

Ein großer Konflikt bestand zwischen der sozialistischen und der bürgerlichen Frauenbewegung. Clara Zetkin war eine der wichtigsten Figuren der proletarischen Frauenbewegung der ersten Welle. Sie weigerte sich, mit bürgerlichen Frauen zusammenzuarbeiten, da sie der Meinung war, dass diese gegen die Männer ihrer eigenen Klasse kämpften. Zetkin vertrat die Ansicht, dass Frauen sich mit Männern im Kampf gegen den Kapitalismus vereinen sollten. Die Münchner Aktivistin Anita Augspurg setzte sich hingegen dafür ein, dass bürgerliche und proletarische Bewegungen zur Erreichung gemeinsamer Ziele zusammenarbeiten sollten.

In München war dieser Konflikt besonders während des Ersten Weltkriegs und der Räterepublik sichtbar. Vertreterinnen der proletarischen und der bürgerlichen Strömungen kämpften jedoch tatsächlich für gemeinsame Ziele, die auf der Zweiten sozialdemokratischen Frauenkonferenz 1902 in München formuliert wurden. Zu diesen Zielen gehörten der rechtliche Schutz der Frauen- und Kinderarbeit sowie die politische Gleichstellung.

Während des Zweiten Weltkriegs war die Frauenbewegung in Deutschland stark eingeschränkt. Adolf Hitler vertrat die Ansicht, dass es in Deutschland keinen Platz für emanzipatorische Ideen gab. 1934 erklärte er: „Die Welt des Mannes ist sein Kampf, sein Wille, für die Gesellschaft zu arbeiten, und die Welt der Frau ist kleiner, weil ihre Welt ihr Mann, die Familie, die Kinder und das Haus sind. Aber wo wäre die größere Welt, wenn niemand sich um die kleine kümmern würde?“ 1931 wurde die Frauenorganisation „NS-Frauenschaft“ gegründet, die einzige Organisation, die von den Nationalsozialisten anerkannt wurde. Nach dem Krieg nahmen die Münchner Frauenorganisationen allmählich ihre Arbeit wieder auf.

In den 1960er Jahren begann die zweite Welle des deutschen und Münchner Feminismus. Diese Welle konzentrierte sich auf den Kampf gegen die Unterdrückung von Frauen in verschiedenen Bereichen wie Psychiatrie, Medizin und rechtlicher Gleichstellung. In diesen Jahren entstanden zahlreiche Frauengruppen in München, was zur Gründung der ersten Frauenzentren führte. In den 1980er Jahren wurden die Münchner Frauenprojekte zunehmend institutionell verankert. Die Frauenbewegung wurde aktiver, stärker und mutiger in ihren Aktionen. Anlässlich des bevorstehenden Weltwirtschaftsgipfels in München 1992 fand eine lesbische Demonstration unter dem Motto „Frauen und Lesben kämpfen gegen Sexismus, Rassismus und Kapitalismus“ statt.

Feministinnen der ersten Welle und ihre konkreten Maßnahmen

1894 wurde auf Initiative von Anita Augspurg der Verein zur Wahrung der Fraueninteressen in München gegründet. Der Verein begann, verschiedene Frauenclubs zu fördern und zu unterstützen und gilt als Kern der Frauenbewegung in der Stadt. Der Verein existiert noch heute. Zu den Forderungen des Vereins gehörten gleicher Zugang zu Bildung, ein angemessener Lohn für Frauen und politische Gleichstellung. Dem Verein gehörten viele Künstlerinnen an, weshalb er eng mit dem Münchner Jugendstil verbunden ist.

1887 eröffneten Anita Augspurg und ihre Partnerin Sophia Goudstikker das Fotostudio „Elvira“, das großen Erfolg hatte. 1898 wurde Sophia Goudstikker, die damals alleinige Leiterin des Studios war, zur ersten Frau, die den Titel „Königlich Bayerische Hofphotographin“ erhielt. Das Studio befand sich in einem schönen Jugendstilgebäude, das in der Stadt für großes Aufsehen sorgte. Die Fassade war in Meergrün gehalten und mit einem Drachenornament verziert. Anita und Sophia trugen kurzes Haar und fuhren Fahrrad, was für die damalige Zeit ungewöhnlich war.

1888 gründete Anita den Deutschen Verein für Frauenstimmrecht. Die meisten Mitglieder der Münchner Abteilung dieser Vereinigung waren ebenfalls Mitglieder des Vereins zur Wahrung der Fraueninteressen.

1899 zog Sophia Goudstikker das Fotostudio in ein neues Jugendstilgebäude, das von August Endell entworfen wurde. Dieses Gebäude wurde zu einem Zentrum für die Treffen der damaligen Feministinnen. Sophia Goudstikker leitete von 1898 bis 1923 die Rechtsberatungsstelle des Fraueninteressenvereins. Bekannte erinnerten sich an sie als Autodidaktin, die jedoch über so viel Talent und Engagement zum Schutz der Frauen verfügte, dass sie ihre Aufgaben brillant bewältigte. Sie war die Hauptunterstützerin verlassener Mädchen und misshandelter Ehefrauen in der Stadt.

Eine weitere wichtige Figur im Kampf für Frauenrechte war Luise Kiesselbach. 1914 gründete sie den Münchner Stadtverband der Frauenvereine. Sie glaubte, dass der Verband eines Tages zu einem integralen Bestandteil der Stadtverwaltung werden würde. Darüber hinaus war sie eine der ersten Frauen, die im Münchner Stadtrat arbeitete. Dort war sie bis 1927 tätig. Nach ihr wurde der Luise-Kiesselbach-Platz in München benannt.

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