Nachtleben: Wie die Clubkultur Münchens entstand

München ist einer der Anwärter darauf, ein weltweites Zentrum für Toleranz, Vielfalt und Offenheit zu werden – dies spiegelt sich in der Clubkultur der Stadt wider. Mehr über die Geschichte der Tanz- und Partyorte lesen Sie weiter auf munichka.eu.

Treffpunkte für Menschen unterschiedlicher Orientierung

In den 1930er Jahren öffnete in München der Nachtclub Pimpernel, der zunächst als Bordell diente und nach dem Zweiten Weltkrieg zum Treffpunkt für Sexarbeiter wurde. Eine Zeit lang war das Pimpernel ein exklusiver Gay-Club. Hier verbrachte auch Freddie Mercury – Sänger und Keyboarder der Rockband Queen – unbeschwerte Abende. Heute ist das Pimpernel ein Treffpunkt für Menschen jeder sexuellen Orientierung und ein Partyraum für alle, die eine nächtliche Feier suchen.

Der NY.Club ist ein reiner LGBTQI+-Club, besonders beliebt sind die Freitagsveranstaltungen wie Luxuspop, die regelmäßig als eine der besten Partys der Stadt ausgezeichnet wird. Der Club richtet sich an die Community, insbesondere an schwule Männer, und bietet gelegentlich spezielle „Männerabende“, zu denen die Gäste auch kostümiert oder nackt erscheinen können.

Ein weiterer thematisch ähnlicher Club ist der BLITZ Club, der 2017 eröffnete und von seinen Gästen verlangt, die Kameras auf ihren Smartphones abzukleben, damit sich die Besucher auf das Feiern konzentrieren. Der Club richtet sich hauptsächlich an die queere Gemeinschaft; ein Dresscode existiert nicht, so dass man von bekleidet bis nackt alles sehen kann. Lediglich Pelzkleidung ist hier absolut verboten.

Vom Offiziersclub zum Nachtclub

Die Geschichte des P1 Club begann 1949, als amerikanische Offiziere hier zusammenkamen. In den 1980er Jahren wurde das P1 zum Nachtclub umgebaut und gilt seither als einer der exklusivsten Clubs Münchens. Der Club bietet zwei Tanzbereiche mit talentierten DJs, sechs VIP-Zonen und die neueste BOSE-Soundanlage. Ein Highlight ist die große Terrasse mit fünf zusätzlichen Bars, die im Sommer für Outdoor-Partys genutzt wird.

In den 1990er Jahren fanden viele Partys außerhalb Münchens statt, da die Stadt strenge Öffnungszeiten für Clubs im Zentrum vorschrieb. Nach Lockerungen kehrten jedoch viele Clubs zurück in die Stadt.

Kulturzentren der Subkulturen

Seit 2005 existiert der Elektro-Techno-Club Rote Sonne im Stadtzentrum – der Nachfolger des Techno-Clubs Ultraschall aus den 1990er Jahren. Die Rote Sonne ist eine angesagte Anlaufstelle für Subkulturen wie Hippies, Goths und Punks. Der Club wurde nach dem westdeutschen Thriller Rote Sonne von 1967 benannt, in dem vier deutsche Frauen jeden Mann töten, der länger als ein paar Tage bei ihnen bleibt.

Ein ähnlicher, kleinerer Raum am Stadtrand ist Zur Gruam, eine Kombination aus Kneipe und Tanzfläche, auf der Gäste bis zum Morgengrauen feiern können.

Kombination aus Unterhaltung und Kreativität

2010 eröffnete der Club Import Export – ein vielseitiger Veranstaltungsort, der lokale und internationale Besucher mit abwechslungsreichen Events begeistert. Hier werden Konzerte, Ausstellungen, Partys und Workshops veranstaltet, wobei das kulturelle Leben Münchens im Fokus steht. Nach den Konzerten finden oft Partys bis in die frühen Morgenstunden statt.Ein ähnlicher Ort ist der Bahnwärter Thiel, ein Technoclub und kulturelles Zentrum, das in alten Schiffscontainern und Waggons untergebracht ist. Der Club bietet Partys, Kunstveranstaltungen und wöchentliche Konzerte. Der Name geht auf die gleichnamige Novelle von Gerhart Hauptmann zurück.

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