Häusliche Gewalt bezeichnet physische, emotionale, sexuelle oder finanzielle Gewalt, die innerhalb einer Familie stattfindet. Sie ist durch Macht und Kontrolle einer Person über eine andere gekennzeichnet. Häusliche Gewalt kann von Menschen unterschiedlichen Alters, Geschlechts oder Bildungsniveaus ausgeübt werden. Dennoch sind es häufig Frauen und Kinder, die am meisten darunter leiden. In diesem Artikel beleuchten wir die Besonderheiten häuslicher Gewalt in München. Mehr auf munichka.eu.
Statistik
Häusliche Gewalt bleibt in München, wie auch in anderen deutschen Städten, ein großes Problem. Allein im Jahr 2018 wurden in der Stadt rund 2000 Kontaktverbote gegen Täter verhängt. Auf nationaler Ebene stirbt in Deutschland alle 2,5 Tage eine Frau durch die Hand ihres Partners. Die Mehrheit der Opfer häuslicher Gewalt im Land sind Frauen.
Maßnahmen gegen Gewalt in der Stadt

Die Stadt München investiert jährlich erhebliche Mittel in den Kampf gegen häusliche Gewalt. Das Sozialreferat allein stellt rund 3,6 Millionen Euro für Beratungen für betroffene Frauen bereit. Weitere 2 Millionen Euro fließen in Präventionsprojekte, und 3,2 Millionen Euro werden für die Unterstützung von Frauenhäusern in München eingesetzt. Darüber hinaus fördert die Stadt Bildungs- und Kulturprojekte. Das Bewusstsein für häusliche Gewalt wird in allen sozialen Gruppen kontinuierlich gesteigert: Informationen über verschiedene Formen der Gewalt sind in Supermärkten, Apotheken und Arztpraxen verfügbar.
In München gibt es die Organisation „Frauennotruf Munich“, die kostenlose Online-Hilfe anbietet. Darüber hinaus existiert eine Hotline „Gewalt gegen Frauen“. In der Stadt gibt es viele Frauenhäuser. Allein im Jahr 2018 nahmen diese 251 Frauen und 263 Kinder auf. Frauenhäuser bieten nicht nur vorübergehenden Wohnraum, sondern auch finanzielle, rechtliche und psychologische Unterstützung. Hier finden Frauen Hilfe auf ihrem Weg in ein neues Leben. Die Hilfsquote in München ist besser als in ganz Bayern. Während der Pandemie war die Lage jedoch schwieriger, da nicht genügend Plätze zur Verfügung standen.
Münchner Männerzentrum
Ein einzigartiges Projekt ist das Münchner Männerzentrum, das 1998 gegründet wurde. Ziel des Zentrums ist es, Männlichkeit neu zu definieren. Es setzt sich dafür ein, dass sich die Geschlechterrollen in der Gesellschaft verändern. Zudem schützt das Zentrum auch Männer vor Gewalt durch Frauen. Diese Prinzipien werden durch individuelle und Gruppenberatungen sowie Öffentlichkeitsarbeit umgesetzt.
Das Zentrum richtet sich an Männer, die sich selbst und ihr Selbstverständnis verändern möchten, Schwierigkeiten in Beziehungen haben, sich in Beziehungen überfordert fühlen, Opfer häuslicher Gewalt geworden sind, sich durch Scheidung oder andere Umstände in einer Krise befinden oder Probleme mit der konstruktiven Lösung von Konflikten haben.
Im Männerzentrum können Männer in einem sicheren Umfeld auf andere Männer treffen, wo Verständnis, Mitgefühl und Solidarität garantiert sind. Hier können sie frei über ihre Gefühle sprechen und Persönliches teilen. Solche Praktiken helfen, Beziehungen und das eigene Selbstverständnis zu verbessern. Dies ist besonders wichtig in einer Gesellschaft, in der die Gefühle von Männern oft ignoriert werden. Männer haben oft Schwierigkeiten, über ihre Gefühle zu sprechen, da sie Angst vor Verurteilung oder Schwäche haben. Dieser soziale Druck führt dazu, dass Männer der Belastung nicht standhalten und an Suizid denken.
Fazit
Das Thema häusliche Gewalt bleibt auch in großen deutschen Städten relevant. In München leiden weiterhin viele Frauen unter diesem Problem, doch die Behörden ignorieren es nicht. Es ist erkennbar, dass sowohl die Stadtverwaltung als auch Aktivisten viele Schritte unternehmen, um die Gesellschaft zu verändern.