Elisabeth von Bayern war eine bayerische Prinzessin und Kaiserin von Österreich. Weltweit ist sie unter ihrem Kosenamen Sisi bekannt, den ihr Familie und Freunde gaben. Sisis Persönlichkeit, ihr tragisches Schicksal, ihr auffälliges Äußeres und ihr starker Charakter haben viele Legenden um sie geschaffen. Über sie wurden zahlreiche Filme und Serien gedreht. So veröffentlichte Netflix 2022 die Serie „Die Kaiserin“, und ein Jahr zuvor brachte RTL die Serie „Sisi“ heraus. In diesem Artikel erzählen wir die Biografie der Kaiserin und die Mythen, die sich um ihr Bild ranken. Mehr auf munichka.eu.
Sisis Kindheit
Sisis Kindheit war harmonisch und schön. Sie wurde am 24. Dezember 1837 in München geboren. Sisi war die Tochter eines Herzogs von Bayern und einer Tochter des bayerischen Königs. Besonders prägte sie in ihrer Kindheit ihr Vater, eine herausragende Persönlichkeit. Der Herzog war ein Mann liberaler und unkonventioneller Ansichten. Er verbrachte viel Zeit mit Reisen und bei gesellschaftlichen Anlässen. Sisis Liebe zur Natur und zum Sport übernahm sie von ihrem Vater. Diese Freizeitbeschäftigungen wurden später ein wesentlicher Teil ihres Lebens. Sisi und ihre Geschwister erhielten keine klassische Bildung. Stattdessen verbrachten sie viel Zeit im Freien mit ihrer Familie. Diese Freiheit in der Erziehung ging mit einer großen Verantwortung für Sisis Zukunft einher.
Sisi und Franz Joseph
Eines Tages lud die Mutter des österreichischen Kaisers Franz Joseph ihre Schwester und deren zwei Töchter – Sisi und Helene – zu einem Treffen mit ihrem Sohn ein. Die österreichische Herzogin ließ ihrem Sohn die Wahl, und Franz Joseph entschied sich während des Treffens innerhalb weniger Stunden. Er verliebte sich auf den ersten Blick in die bezaubernde Sisi, und diese Liebe hielt ein Leben lang. Franz Joseph galt als begehrtester Junggeselle seiner Zeit. Er war ein mächtiger und reicher Monarch, der ein großes Reich regierte. Zudem war er ein äußerst attraktiver Mann.
Sisi war einerseits glücklich, dass Franz sie gewählt hatte, andererseits fürchtete sie, ihre Freiheit zu verlieren. Am Tag vor der Hochzeit saß Elisabeth weinend in der Kutsche neben ihrer Mutter. Nur zwei Wochen nach der Hochzeit schrieb Sisi ein Gedicht darüber, dass sie in einem Kerker sitze, mit Ketten an ihren Händen, und die Freiheit sich von ihr abgewandt habe. In den ersten Jahren nach der Hochzeit hatte Sisi keine Aufgaben. Sie verbrachte ihre Zeit im Theater oder auf Spaziergängen. Später erstellte sie einen Tagesablauf, der viel Sport, Literatur, das Schreiben von Gedichten und Pflege ihrer Schönheit beinhaltete. Ein Mythos besagt, dass Sisi ihrer äußeren Erscheinung zu viel Aufmerksamkeit widmete. Sie soll täglich drei Stunden allein für ihre Frisur verwendet haben. Ihr Haar war so lang und schön, dass es sogar eine Legende gibt, die besagt, Sisis Haar habe magische Kräfte.
Sisi und Franz hatten insgesamt vier Kinder, doch ihre älteste Tochter Sophie verstarb. Dies war ein großer Schock für Sisi. Sie überließ die Erziehung ihrer Kinder ihrer Schwiegermutter und litt an Depressionen und Krankheiten. Später begann Sisi viel zu reisen, was sie wieder ins Leben zurückbrachte. Diese Reisen schufen auch das Bild von Sisi als Frau, die stets die Freiheit wählte.
Entfremdung und Verluste

Durch ihren Lebensstil entfernte sich Sisi stark von ihrer Familie. Später nahm sich auch ihr Sohn Rudolf das Leben, was Sisi erneut hart traf. Sie betrachtete sich selbst als Opfer dieses Suizids, nicht ihren Sohn. Sisi fiel erneut in Depressionen. Es gibt den Mythos, dass sie in dieser schwierigen Zeit eine Romanze mit dem ungarischen Grafen Gyula Andrássy begann. Es gibt keine Beweise, doch der Mythos lebt weiter – möglicherweise aufgrund der warmen Beziehungen der Kaiserin zum ungarischen Volk.
Sisis Ermordung
Es gibt eine Legende, dass Sisi eine Vorahnung über ihren tragischen Tod hatte. Angeblich wusste sie, dass sie durch Mord sterben würde. In Familienkreisen soll sie oft gesagt haben, dass sie wünschte, ihre Seele möge durch ein kleines Loch im Herzen zum Himmel entweichen. Und so geschah es. 1898 reiste Sisi an den Genfersee. Während der Reise hielt sie sich im Hotel „Beau Rivage“ auf. Am 10. September verließ sie das Hotel, um Geschenke für ihre Tochter Marie zu kaufen. Für den Nachmittag war eine Bootsfahrt auf dem See geplant. Sisi ging nur wenige Schritte zum Pier, als sie von einem Fremden angegriffen und erstochen wurde. Der Mörder war ein italienischer Migrant, Luigi Lucheni. Der Legende nach lebt Sisis Geist im Wiener Schloss und erscheint oft am Genfersee, wo sie ermordet wurde.
Die Legenden und der Kult um Sisi
Der tragische Tod der schönen Kaiserin, die das Reisen liebte, vollendete perfekt das Bild von Sisi. Der Kult um die bayerische Prinzessin wurde durch den deutschen Film „Sisi“, der aus drei Teilen besteht, begründet. Der Film wurde nach dem Zweiten Weltkrieg gedreht, als es in Deutschland an Stars mangelte. Die Legenden um Sisi waren ideal, um friedliche, romantische Zeiten darzustellen. Die Trilogie wurde so oft gezeigt, dass die filmische Geschichte mit der realen Biografie der Kaiserin verschmolz. Es ist heute schwierig, Fakten von Mythen zu trennen.
So steht Sisis Name heute neben denen von Kleopatra, Marilyn Monroe und anderen legendären Frauen. Solche Geschichten sind notwendig, um die Gesellschaft zu inspirieren. Sisi bleibt eine Quelle der Inspiration für Filme, Romane und touristische Führungen. Wir hoffen, die Geschichte dieser mutigen und starken Frau hat Ihnen gefallen.