Wie München die traditionelle Mode zum Trend machte

Wenn es um bayerische Mode geht, wird die Kleidung hier oft mit deutscher Tradition assoziiert – taillierte Kleider mit tiefem Ausschnitt und Lederhosen mit Hosenträgern. Bis ins 19. Jahrhundert hinein war die traditionelle Kleidung Teil des bayerischen Alltags. 1835 wurde zum ersten Mal ein Trachtenumzug aus deutschsprachigen Ländern zum Oktoberfest hinzugefügt. Als die Münchener bemerkten, dass der Charme und die Eleganz ihrer Kleidung über das Oktoberfest hinausreichen, übernahmen sie diese auch im Alltag. Eine neue Generation von Designern verlieh der bayerischen Mode einen modernen Anstrich und machte sie zum echten Trend. Mehr dazu auf munichka.eu.

Kurz über den deutschen Tracht

Die traditionelle Kleidung in deutschsprachigen Ländern wird „Tracht“ genannt. Das Wort leitet sich von „tragen“ ab. Bis ins 16. Jahrhundert hinein trugen die Bauern und unteren Schichten Bayerns graue oder braune Kleidung, an Sonn- und Feiertagen war auch Blau erlaubt. Ab dem 16. Jahrhundert gab es zwei Arten dieser Kleidung: Arbeits- und Sonntags-/Festtagskleidung.

Die bayerische Männertracht besteht aus Lederhosen (Lederhose), Hemd, Weste, Gehrock (doppelreihige Oberkleidung), Hut mit Feder oder Haarbürsten, Kniestrümpfen und robusten Schuhen mit dicker Sohle. Das Frauenkostüm besteht aus einem weiten Rock, einer Bluse, einem Korsett und einer Schürze.

Anfang des 19. Jahrhunderts entflammte das Interesse an der Wiederbelebung dieser Trachten an den königlichen Höfen Bayerns und Österreichs. Die Begeisterung für traditionelle Kleidung war eine kulturelle Antwort auf die Erniedrigungen während der napoleonischen Kriege. Die deutschsprachigen Völker begannen, ihr kulturelles Erbe als Ausdruck der eigenen Identität wieder aufleben zu lassen.

Festliche Kleidung

Historische Trachten haben sich vor allem dank des Oktoberfests und der deutschen Elite erhalten, die sie bei Festen trugen. Das weltweit größte Bierfest findet jedes Jahr Ende September bis Anfang Oktober in München statt und dauert zwei Wochen.

Während des Oktoberfests kleiden sich die Besucher in bayerische Tracht. Die authentische Kleidung schafft eine festliche Atmosphäre und lässt die Teilnehmer sich als Einheimische fühlen. Frauen tragen auf dem Fest eine weiße Bluse, darüber das Dirndl mit einer gebundenen Schürze. Das gängigste Schuhwerk sind Ballerinas oder Schuhe mit Riemchen. Die Tasche wird meist klein und über der Schulter getragen. An kühleren Tagen wird auch die klassische bayerische Trachtenjacke (Trachtenjacke) angezogen.

Die Männertracht ist einfacher: Das typische Männerfesttagsoutfit besteht aus einem Hemd mit Knöpfen, einer Lederhose, einem Alpenhut, Kniestrümpfen und robusten bayerischen Schuhen. Hinzu kommen traditionelle Haferlschuhe – eine Mischung aus festlichen und Arbeitsschuhen.

Moderne Dirndl und Lederhosen

Inmitten von gepflasterten Straßen, legendären Brauereien und gotischen Kirchen des 21. Jahrhunderts sieht man in den Münchener Schaufenstern Dirndl und modernisierte Lederhosen. Diese werden bei Feierlichkeiten wie Hochzeiten oder Partys getragen. Lederhosen werden auch bei Gartenarbeit, Wanderungen oder anderen Outdoor-Arbeiten getragen, da sie mit Maskulinität und Männlichkeit verbunden sind.

Der Erfolg der Rückkehr der Frauentracht ist vor allem dem schmeichelhaften Schnitt des Dirndls zu verdanken. Die moderne Version der Frauentracht heißt „Dirndl“. Es besteht aus einem Mieder, einer Bluse, einem Rock und einer Schürze. Das Dirndl wird nicht nur zum Oktoberfest getragen: Frauen, die im Tourismus oder in Biergärten arbeiten, tragen es häufig auch. Das Dirndl unterscheidet sich vom Tracht durch die Länge, die beim Dirndl variieren kann. Zudem werden beim Tracht hochwertige handgefertigte Verzierungen verwendet, während Dirndl oft maschinell gefertigt sind.

Bayerische Haute Couture

Bayerische Trachten wurden von Münchener Designern in einen echten Trend verwandelt. Die Designer schufen moderne Versionen der Bauernkostüme und präsentierten sie auf den Haute-Couture-Schauen der Modewelt.

Die Designerin Caroline Hermann-Lauenstein mit ihrer Kollektion Die Rockmacherin war eine Pionierin, die den Tracht ins 21. Jahrhundert brachte. Sie revolutionierte die Münchener Mode, indem sie das Dirndl für den Alltag anpasste. Ihre Kollektion ermöglichte es, das Dirndl mit modernen Kleidungsstücken zu kombinieren, zum Beispiel mit einer Bluse oder High Heels.

Lola Paltinger ist eine weitere erfahrene Designerin. Sie lernte bei Vivienne Westwood, die als „Mutter des Punk“ und Aktivistin bekannt ist. Paltinger schuf elegante Trachtenmodelle und machte sie in Hollywood populär. Internationale Stars wie Salma Hayek und Kim Kardashian trugen ihre Werke auf Laufstegen.

Trachtenmarken

Die Werkstatt von Claudia Nowka Alpen Madl entwirft Hochzeitsdirndl. Eine Hochzeit in Tracht ist heute etwas Besonderes. Mit Tradition, modernem Chic und alpiner Magie wird ein solches Trachtenfest unvergesslich für das Brautpaar und die Gäste. Das Dirndl symbolisiert Jugend und Liebe zur Tradition. Die Lage der Schleife am Dirndl zeigt den Familienstand der Frau: rechts, links, in der Mitte oder hinten.

Die Boutiquen der Marke Angermaier sind nicht nur in München, sondern auch in Berlin und Stuttgart zu finden. Hochwertige Produkte, exklusives Design und die perfekte Mischung aus Tradition und Moderne charakterisieren Angermaier – eine Art Zara für moderne Trachtenliebhaber. Der Markenstil berücksichtigt alle Modetrends und kreiert Outfits, die sowohl zu offiziellen Anlässen als auch zum Tanzen im Club passen.

Eine absolute Neugestaltung des Dirndls bietet die Marke Noh Nee, die von den afrikanischen Schwestern Rahme Wetterich und Marie Darouiche geleitet wird. Ihre Kreationen kombinieren ihre zweite Heimat München mit den afrikanischen Ländern Mali und Ghana, inspiriert von farbenfrohen Mustern.

Die Vintage-Trachten von Holareidulijö zeichnen sich durch Eleganz und Originalität aus. Hier gibt es gebrauchte Lederhosen, Dirndl, bayerische Schuhe und ganze Trachtenkostüme.

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