Philipp Plein – Modedesigner und Gründer von Luxusmarken aus München

1998, nachdem Philipp Plein erste Erfahrungen im Interieurdesign gesammelt hatte, gründete er das Modeunternehmen Philipp Plein International Group. Die unkonventionellen, exzentrischen Kollektionen halfen dem Münchener, sich in der Modebranche – insbesondere in den USA – zu etablieren und bei Luxusliebhabern weltweit einen Namen zu machen.

Zu Philipp Plein International Group gehören die Marken Philipp Plein, Plein Sport und Billionaire. Wegen seiner extravaganten Modeschauen, provokanten Aussagen und seiner Weigerung, nach gesellschaftlichen Normen zu leben, wurde Plein oft kritisiert und öffentlich verurteilt. Doch dies hat den Mode-Ikonen nie geschadet, sondern im Gegenteil das öffentliche Interesse und die Aufmerksamkeit gefördert. Mehr über seinen Weg zur Schaffung luxuriöser Kollektionen, die auch von der High Society geliebt werden, erfahren Sie auf munichka.eu.

Der Beginn als Möbeldesigner

Philipp wurde am 16. Februar 1978 in München in eine Familie von Herzchirurgen geboren. Er besuchte die Elite-Schule Schloss Salem, die auch Philipp, der Herzog von Edinburgh, einst besuchte.

Nach der Schule schrieb er sich an der juristischen Fakultät der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg ein. Während seines Studiums begann Plein, Möbel aus Edelstahl zu entwerfen. Da sich die Werke zunächst schlecht verkauften, bezog er Leder von einer Messe in Italien und bezog seine Möbel damit. Die präsentierte Kollektion auf der Möbelmesse in Köln erweckte großes Interesse. Neben Möbeln präsentierte er auch Taschen aus Lederresten, die ebenfalls gut bei den Besuchern ankamen.

Daraufhin verließ er die juristische Fakultät und gründete 1998 die International AG (später Philipp Plein International Group). Zunächst stellte Plein Hundebetten her. Mit einem Kredit von etwa 10.000 Euro seines Vaters baute er einen Prototyp eines Hundesofas aus Stahl. Da seine Produkte zu teuer für Zoohandlungen waren, präsentierte er sie auf Möbelausstellungen. Dort erkannte er, dass seine Nische der Luxusbereich ist, insbesondere Tische mit Ledereinlagen aus Krokodilleder.

2003 entwarf er einen Messestand für den Champagnerhersteller Moët & Chandon auf der CPD in Düsseldorf und verkaufte dort einige seiner Taschen. An einem einzigen Tag verdiente Plein 100.000 Euro.

Philipp Plein

2004 entstand die Modemarke Philipp Plein. Die erste Kollektion des neuen Labels bestand aus militärischen Jacken, die er mit Totenköpfen aus Swarovski-Steinen verzierte. Im selben Jahr eröffnete Plein seine erste Boutique in München. Später folgten zahlreiche weitere – in New York, Los Angeles, Hongkong, Dubai und anderen Städten.

2006 präsentierte Plein eine namenlose Accessoire-Linie. Zwei Jahre später brachte er eine Couture-Kollektion heraus. 2008, in der dritten Staffel von Germany’s Next Topmodel, zeigte Plein seine Kollektion unter dem Motto Heavy Metal.

2009 entwarf Philipp ein Outfit für Barbie. Er kleidete die bekannte Puppe in ein luxuriöses schwarzes Kleid mit Swarovski-Kristallen, dazu ein passender Umhang. Damit betonte er erneut seinen extravaganten Stil.

Im Frühjahr 2011 debütierte der Münchener mit einer Kollektion auf der Mailänder Modewoche. Seine extravaganten und aufwendigen Shows mit Étienne Russo zogen die Aufmerksamkeit von Modeikonen weltweit auf sich. Zu den aufsehenerregenden Elementen auf dem Laufsteg gehörten Käfigkämpfe, Jet-Ski-Ritterturniere und andere spektakuläre Inszenierungen.

Seitdem konnte der Designer verschiedene Prominente als Models gewinnen, darunter Schauspielerinnen wie Mischa Barton, Lindsay Lohan, Popsängerin Fergie oder Boxer Floyd Mayweather. Plein wurde auch für die außergewöhnlichen Schauplätze seiner Modeschauen bekannt. 2011 wählte er eine Mailänder Kirche, 2015 einen verfallenen Pool.

Zur Entwicklung seines Unternehmens trug auch bei, dass Philipp Führungskräfte von Modegiganten wie Louis Vuitton, Prada, Valentino und Dolce & Gabbana in sein Team holte. 2012 begann die Marke Philipp Plein eine vierjährige Zusammenarbeit mit dem italienischen Fußballclub AS Roma und entwarf Trikots für den Verein.

Im Januar 2013 stellte Plein eine Kollektion mit Herrenschuhen mit dicken Sohlen, grafischen Prints, Krokodillederjacken, Stiefeln mit Nieten und Reißverschlüssen vor. Das Publikum liebte die Kollektion, die sich von den konventionellen Modeschauen abhob. 2014 führte Plein seinen Stil fort: Seidige Alltagshosen, Totenkopf-Nieten auf Jeans und mehr. So etablierte er sein Motto: „Jeder Stil, außer langweilig.“

Auf der Damenmodenschau im Februar 2015 wurden Achterbahnen aufgestellt, auf die die Models stiegen, nachdem sie den Laufsteg betreten hatten. 2022 präsentierte Plein gemeinsam mit dem Rapper Snoop Dogg eine Schuhkollektion namens Philipp Plein X Snoop Dogg.

In den Kollektionen von Philipp Plein finden sich Herren-, Damen- und Kinderbekleidung sowie Uhren, Brillen, Parfüms und sogar Wohnaccessoires. Zu den Hauptprodukten gehören mutige Jacken, Lederjacken, High-Heels, Lederhosen und Clutches.

Billionaire und Plein Sport

2016 übernahm Philipp Plein International Group die Luxus-Herrenbekleidungsmarke Billionaire, die der Italiener Flavio Briatore 2005 gegründet hatte.

Plein Sport bietet Sportschuhe und Sportbekleidung an. Der Stil-Mix und die avantgardistischen, provokanten Designs von Plein Sport motivieren Kunden zu neuen Zielen und inspirieren zu Siegeswillen. Alle Modelle sind auffällig und dynamisch.

Rock-Glamour

Der Stil der Philipp Plein International Group lässt sich als Rock-Glamour beschreiben. Der Totenkopf mit Strasssteinen und das steinerne Plüschteddy-Emblem sind Beispiele für ungewöhnliche Elemente, die Kleidung und Accessoires besonders attraktiv machen. Plein machte den Totenkopf in der Haute Couture gesellschaftsfähig. Woher kam diese Idee? Pleins Lieblingsfilm ist „Fluch der Karibik“, und sein Lieblingsschauspieler ist Johnny Depp. Nach Aussage des Designers symbolisiert der Totenkopf Erneuerung und Neuanfang.

Philipps Liebe zum Piratenstil spiegelt sich immer in etwas Piratenhaftem mit gotischen Elementen in seinen Kollektionen wider. Philipp Plein verwendet Metallelemente und verschiedene exotische Lederarten, experimentiert mit Materialien und Formen und kombiniert klassische Schnitte mit Elementen anderer Stile. Die Kleidung dieser Marke richtet sich an ein junges Publikum, wobei großer Wert auf die Qualität der Materialien gelegt wird.

Prominente wie der neuseeländische Schauspieler Russell Crowe, der amerikanische Schauspieler und Regisseur Johnny Depp, der spanische Schauspieler Antonio Banderas, der amerikanische Musiker Justin Timberlake, die amerikanische und barbadische Sängerin Rihanna, der britische Fußballspieler David Beckham, das britische Supermodel Naomi Campbell, die amerikanische Schauspielerin und Sängerin Jennifer Lopez und viele andere lieben die Produkte des Labels.

In allen Kollektionen zeigt sich der Charakter des Designers. Plein selbst beschreibt seinen Stil als „glamouröse Gothic“. Die Kleidung des Münchners ist extrem teuer, doch bereits bei der Gründung seines ersten Labels entschied Philipp, dass er nicht billig verkaufen würde. Das war Teil seiner Strategie. Er wusste, dass teure und einzigartige Produkte nur in den besten Geschäften von wohlhabenden Personen gekauft werden würden und ihm damit Popularität sichern.

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